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die neue Hexe

Magische Lehrer, Führer und Verführer

Wer sich für Magie interessiert und diese auch selbst erlernen möchte oder sich von seiner Lebenseinstellung her als Magier fühlt und sich weiter informieren und darin bestätigen und festigen möchte, wird recht bald auf zahlreiche Leute stoßen, die ihn scheinbar wohlmeinend "ausbilden" wollen. Besonders das Internet wimmelt von selbsternannten "Lehrern", die alles zu wissen scheinen und ganz begierig darauf sind, Leute auf den magischen Weg einzuführen oder weiterzubringen.

Am schlimmsten sind jene, die sich selbst als "erleuchtet" oder ähnlich bezeichnen - die haben keinen blassen Schimmer, denn so nennt sich niemand, der Magie als Lebensphilosophie wirklich verstanden hat, weil "Erleuchtung" immer ein unerreichbares Fernziel bleiben wird, dem man sich nur Stückchen für Stückchen weiter annähern, es aber niemals erreichen kann.

Ebenso übel sind solche, die regelrecht eine "Magierakademie" oder "Hexenschule" oder ähnlichen Unsinn betreiben und sich auch noch mit gutem Geld dafür bezahlen lassen. Diese Zeitgenossen wollen nur abkassieren und schleusen deshalb ohne Rücksicht auf Begabung so viele Schüler (oder Opfer) wie möglich durch. Und häufig ist das, was dort "gelehrt" wird, ziemlicher Blödsinn oder einfach aus irgendeinem Buch nachgeplappert, das nicht einmal gut sein muß - Hauptsache, es klingt schön esoterisch. Den wirklichen Zugang zur Magie findet man aber nicht im Schnellkurs und man kann ihn auch nicht erzwingen.

Wenn das Ganze auch noch religiös angehaucht ist und unterschwellig oder sogar offen missionieren will, seien es nun einzelne Wiccas, die ihre eigene Religion nicht richtig verstanden haben, oder irgendeine Phantasie-Sekte, wird es richtig bedenklich. Magie hat auch lebensphilosophische Aspekte, das ist richtig, aber deren Vermittlung ist von religiöser Indoktrination unabhängig und auch streng davon zu unterscheiden. Ist es nicht völlig egal, ob man Heide, Atheist, Christ, Moslem oder Buddhist ist, wenn man im Gleichgewicht mit der Welt leben möchte und die Verbindung zu den Kräften seines Innersten sucht?

Dennoch stößt man überall auf sich selbst für weise und allwissend haltende Oberlehrer, die jeden gerne ausbilden möchten. Man sollte sich wirklich einmal die Frage stellen, warum diese Leute nichts Besseres zu tun haben.

Wieso sollte jemand Zeit und Mühe investieren, um einen Wildfremden auf den Weg der Magie zu führen, bzw. dort weiterzubringen? Normalerweise haben Magier doch genug eigene Dinge zu tun, und wenn sie nicht gerade magisch tätig sind, haben sie gewöhnlich auch ein ganz normales Alltagsleben und ebenso auch Hobbys, denen sie nachgehen. Nur ein erfülltes und gefestigtes reales Leben ermöglicht einen freien Zugang zur spirituellen Welt. Wieso also sucht jemand förmlich nach Menschen, die er ausbilden kann?

Sind Geltungssucht, finanzielle Interessen oder Missionierungswahn gute Grundlagen, um tatsächlich jemanden spirituell weiterzubringen? Wessen Lebenseinstellung und -philosophie und Weltanschauung läßt sich tatsächlich auf einem Wochenendseminar ändern? Wer vermag wirklich die Kräfte in seinem Inneren zu aktivieren, nur weil er ein paar Dinge über Magie gehört hat und gezeigt bekommen hat, wie man angeblich Dolch und Kelch zu halten hat? Wer glaubt denn tatsächlich, daß man den Zugang zur Magie von einem anderen Magier für Geld kaufen kann?

Magie ist vor allem eine Lebensphilosophie und eine Art, sein Leben zu leben und die Dinge zu sehen, und kein Zauberkasten, aus dem sich mal schnell ein Liebesamulett oder ein böser Fluch basteln läßt. Natürlich spielt das theoretische Wissen um die Funktionsweise der Magie, Werkzeuge, Rituale und Techniken eine wichtige Rolle, und dieses Wissen muß auch erst einmal erworben werden. Aber zu glauben, man ist ein Magier, wenn man einen Kreis zieht, mit dem Dolch herumfuchtelt und ein paar nette Worte zu den Elementen spricht, weil man es so gezeigt bekommen hat, ist genauso, als würde man ein Buch über das Drachenfliegen lesen, sich einen Drachen besorgen und damit direkt in den nächsten Abgrund hüpfen und erwarten, daß man es dann kann.

Man wird garantiert scheitern, weil man zwar vielleicht das Wissen, aber überhaupt kein "Gefühl" für die Sache hat, und ein solches läßt sich nur langsam entwickeln und erfordert viel Übung. Gefühl kann man nicht gelehrt bekommen, man muß es erfahren. Und man muß es zuerst einmal finden, vorausgesetzt, man hat überhaupt Talent dazu. Manche werden niemals das Skilaufen erlernen, sooft sie es auch versuchen, weil ihnen einfach das Gefühl dafür fehlt. Und andere werden vielleicht niemals Magier sein, so sehr sie es sich auch wünschen.

Darüberhinaus kann man auch die Philosophie eines Magiers zwar lernen im Sinne von "die Theorie auswendig lernen", aber es zu verinnerlichen, es für sich anzunehmen und wirklich zu leben ist eine ganz andere Sache. Man kann sich nicht dazu zwingen, eine Philosophie im Inneren für sich anzunehmen. Das funktioniert schon gar nicht, wenn man sie nur dazu "benutzen" will, endlich "Zaubern" zu lernen. So eine Philosophie muß auf einen wirklich passen, sonst kann man sie nicht verinnerlichen und sie nicht leben und auch nicht fühlen. Gefühle hat man eben oder nicht. Sie entwickeln sich mit der Zeit, und man kann sie nicht als Lehrer vermitteln - schon gar nicht in einem Schnellkurs.

Aber natürlich muß Wissen auch weitergegeben werden, sonst ist es wertlos. Und selbstverständlich muß ein Suchender auch irgendwie Wissen vermittelt bekommen. Wissen kann, abgesehen von Büchern oder Internet, auch gelehrt werden - aber eben nur das theoretische Wissen. Erfahrung und Gefühl und vor allem "Gnosis" kann man nicht vermitteln. Ein Mensch kann einem anderen nur das Wissen lehren, aber Erfahrung, Gefühl und Gnosis muß der Lernende selbst entwickeln, ebenso wie seinen eigenen Weg, damit umzugehen. Nicht umsonst sind die meisten Magier Autodidakten.

Ein Lehrer kann also nicht für sich beanspruchen, alles vermitteln zu können. Er kann einem Schüler Hintergrundwissen, Praktiken, Techniken und Herangehensweisen zeigen, und schon wieder wird es problematisch, weil der Zugang des Lehrers zur Magie möglicherweise ein ganz anderer ist als der des Schülers, der Lehrer aber nur den eigenen kennt und diesen natürlich auch zu vermitteln sucht. Fremden Wegen zu folgen kann jedoch eher blockieren als weiterbringen.

Der Austausch von Wissen muß sein, gar keine Frage. Aber niemand sollte sich zum Lehrer aufschwingen - schon deshalb nicht, weil es falsch wäre, andere auf dem eigenen Weg hinterherziehen zu wollen. Jeder hat einen anderen, individuellen Weg. Daher kann man Wissen, Praktiken, Techniken und Erfahrungen austauschen, aber eben unter Gleichgesinnten, nicht von Lehrer zu Schüler. Zwei echte Magier - sie müssen gar nicht beide "Zaubern" können, aber die entsprechende Lebenseinstellung haben - würden einander ohnehin immer als gleichstehend betrachten. Jeder kann vom anderen etwas lernen, bzw. sich Anregungen holen. Ein Lehrer stellt sich aber über seinen Schüler.

Der Austausch von Anregungen ist der Kernpunkt, denn alles, was man von anderen erfährt, dürfen immer nur Anregungen sein, die man für sich annehmen oder als für sich nicht passend beiseite legen kann. Anregungen sind eben kein absolutes Wissen eines übergeordneten Lehrers. Und wenn man sich Anregungen holen möchte, dann besser nur von Leuten, die dies ebenso betrachten und die sich nicht als Oberlehrer aufspielen - letztere haben nichts verstanden und führen meist in eine spirituelle Sackgasse oder verfolgen eigentlich ganz andere Ziele. Wenn er denn ausbildet, bringt ein wahrer Meister aber keine guten Schüler hervor, sondern eigene Meister.

Selbstverständlich ist es menschlich und auch sinnvoll, sich mit anderen auszutauschen, und da ja nun nicht in jeder Stadt ernsthafte Magier oder seriöse Hexen leben oder gar bekannt sind, an die man sich wenden kann, ist das Internet oft das einzige Medium, Leute persönlich kennenzulernen. Man kann hier tatsächlich ganz liebe Menschen finden, aber eben auch unglaublich viele Spinner und Leute mit niederträchtigen Absichten.

Wer sich also auf die Suche nach Kontakten zu Menschen macht, mit denen er sich austauschen möchte, sollte vielleicht die folgenden Ratschläge beherzigen.

Niemand weiß alles. Allwissende "Erzmagier", die auch noch behaupten, daß ihre Sicht der Magie und ihre rituellen und magischen Methoden einzig Richtige ist, und die am besten auch noch darauf beharren, daß man sich nur mit ihnen und Anhängern ihrer Lehre austauscht, bloß nicht mit anderen, die womöglich die erworbene Spiritualität vergiften könnten, sind ganz bestimmt alles andere als gute Lehrer.

Ein wahrer Magier weiß, daß er auch nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit Magie noch längst nicht alles weiß, und er kann es auch zugeben. Ebenso weiß und äußert er, daß es auch noch viele andere Wege und Methoden gibt als nur die seinen. Es gibt in der Magie keine festen Regeln, denn Dogmen blockieren nur.

Es existieren wesentlich mehr Scharlatane und Blender als ernsthafte Magier. Jeder kann sich im Internet eine Seite einrichten, etwas über Magie schreiben und erzählen, wie weise er doch ist. Daß dahinter überhaupt echtes Wissen, "gnostisches" Wissen, dahintersteckt, gilt es erst zu beweisen. Ein gesundes Maß an Mißtrauen ist zunächst immer angebracht. Es gibt mehr als genug "virtuelle Magier", die vorgeben, Magier zu sein, es aber in Wirklichkeit gar nicht sind.

Manche Spinner sind auch richtig gefährlich. Man sollte besonders dann aufpassen, wenn religiöse Aspekte überbetont werden, besonders wenn von "Gemeinschaften" oder ähnlichem die Rede ist, denn dahinter verbergen sich häufig sektenartige Züge, die andere Menschen in eine Abhängigkeit bringen wollen. Wer mit irgendeiner Form von "Erleuchtung" oder gar "Erlösung" ankommt, sollte damit gleich zum (nicht existierenden) Teufel gejagt werden.

Selbst im Heidentum gilt es, sich vor sogenannten "völkischen Germanen" zu hüten, denn diese entpuppen sich oft genug als Neonazis (Magie ist aber niemals politisch). Und auch im Wicca gibt es leider mehr als genug Spinner ("Alles ist ganz frei und individuell, aber du MUSST es unbedingt so und so machen..." - allerdings sind die meisten Wiccas auch ernsthaft und seriös. Aufpassen und kritisch sein ist halt angesagt.

Hellhörig werden sollte man auch, wenn von Opfern (am besten noch mit Blut) und Schadenszaubern die Rede ist. Vor allem viele sogenannter "dunkler" oder "schwarzer" Magier sind eigentlich eher Grufties oder Satanisten, von denen sich die allermeisten ohne echte Ahnung von Magie einfach nur austoben wollen - oft genug auf Kosten anderer. Man denke stets daran, daß nicht alle Spinner harmlos sind. Und daß man nicht jeder Internetbekanntschaft seinen wirklichen Namen, Anschrift oder Telefonnummer verrät, sollte immer selbstverständlich sein.

Die sogenannten Licht-und-Liebe-Esoteriker sind zwar normalerweise nicht gefährlich, aber spirituell bringen sie einen leider meist kein Stück weiter. Es ist ja ganz nett, Wir-haben-uns-alle-lieb-kuschel-kuschel-Rituale zu machen, Duftkerzen anzuzünden und gemeinsam am Feuer die Mondfeste zu feiern, und das führt zweifellos auch zu einer netten Gemeinschaft und schöner Freundschaft, die ja auch nicht verkehrt ist, aber im Grunde ist das ganze Licht-und-Liebe-Getue doch nur esoterisch angehauchte Beschäftigungstherapie, teilweise sogar Selbsttäuschung. Reine Licht-und-Liebe-Esoteriker sind - böse formuliert - im Grunde späte Hippies, die den Joint gegen einen Zauberstab getauscht haben.

Ein wahrer Magier aber betrachtet das Leben ganzheitlich, und das Leben besteht eben nicht nur aus Licht und Liebe, sondern hat auch ernste und auch viele negative Aspekte. Das Leben ist zwar auch Liebe und Freude, aber ebenso auch Auseinandersetzung, Kampf, Konflikt, Angst, Schmerz, Wut, Grausamkeit, Trauer, Lachen, Sex, Extase und Tod. Magie ist eine Lebensphilosophie, und eine solche kann nur sein, welche sich mit dem ganz(heitlich)en Leben befaßt, und nicht nur mit den Blümchenaspekten. Licht und Liebe gehören als wichtige Bestandteile natürlich dazu, aber vor lauter Licht und Liebe darf keine Scheinwelt aus der Beschäftigung mit Magie werden, in die man sich vor seinen Alltagsproblemen flüchtet, denn auch diese gehören zum Leben und wollen bewältigt werden - magisch, aber vor allem auch ganz real.

Auf dem Weg zur Magie kommt man nicht am Selbststudium vorbei. Dazu benötigt man Bücher und hat heute zusätzlich die Möglichkeit, sich im Internet zu informieren. Bei beiden Medien ist allerdings auch sehr viel Unsinn im Umlauf, also gilt es, kritisch zu sein. Natürlich kann man auch keine Lebensphilosophie aus Büchern beziehen, aber man kann immerhin genug Hintergrundwissen erlernen, um selbst weiterzumachen und den gröbsten Unsinn als solchen zu erkennen. Manche halten vom Bücherstudium wenig, aber es ist unabdingbar, wenn man nicht zufällig einen erfahrenen Magier an seiner Seite hat - und auch dieser weiß nicht alles und geht wahrscheinlich einen anderen Weg als man selbst.

Und wenn man schließlich meint, einen Weg gefunden zu haben, sollte man dennoch offen bleiben. Wer garantiert denn, daß dieser Weg wirklich der richtige für einen ist und ein anderer, vielleicht noch unbekannter Weg nicht viel besser passen würde? Man darf niemals vergessen, daß was für einen anderen wahr und richtig ist, es für einen selbst noch lange nicht sein muß - und das gilt vor allem auch umgekehrt. Der eigene Weg ist genausowenig der Weg anderer wie der Weg anderer der eigene ist.

Man lehne also nicht alles um sich herum ab und akzeptiere nicht nichts anderes mehr als seinen eigenen Weg, sondern erkenne an, daß andere Wege für andere Menschen richtig sein mögen, so wie der eigene Weg für einen selbst richtig sein mag. Man sollte sich nicht missionieren lassen, aber noch weniger sollte man anfangen, auch selbst andere missionieren zu wollen und sich damit genau zu der Sorte "Lehrer" aufschwingen, die man selbst eigentlich ablehnt. Und natürlich lernt man niemals aus, sondern immer nur dazu.

Es gibt keine "Lehrer" - nur Wegbegleiter, Ratgeber und Wegezeiger, aber den Weg wählen und vor allem gehen muß jeder ganz allein für sich selbst.

26.1.07 23:31


Hexenfeiertage

06. Januar
Fest zu Ehren Sironas,der Flussgöttin. Segnung der Wasser.
11. und 15. Januar
- Carmentalia -
Festival zu Ehren Carmentas, der römischen Göttin der Geburt.Dieses Festival wurde nur von Frauen besucht, die die Göttin um eine leichte Geburt bitten wollten.
02. Februar
- Lichtmess -
Feier des zunehmenden Lichtes, Einweihung neuer Hexen.
20. März
- Ostara -
Frühlingstagundnachtgleiche, Persephone kehrt aus der Unterwelt zurück, um sich wieder mit ihrer Mutter Demeter zu vereinen. Erneuerung der Lebenskräfte in der Natur.
21.-25. März
- Quinquatria -
Festival zu Ehren Minervas, der Göttin der Weisheit und Urheberin von Kunst und Wissenschaften.
30. März
Fest zu Ehren Esotaras, der Göttin der Fruchtbarkeit.
28. April- 03. Mai
Festival zu Ehren Floras, der Göttin der Frühlingsblumen und der erwachenden Vegetation.Dieses Fest ist sehr Lustorientiert.
01. Mai
- Beltane -
Beltane, die Jungfraugöttin,wird erwachsen. Dieses Fest findet am Vorabend des 1. Mai statt.
01. Juni
Festival zu Ehren Epipis, der Göttin der Dunkelheit.Diese Feier findet steht an einem Vollmond Ende Mai oder Anfang Juni statt und ist eine Erforschung der Mysterien.
07. Juni
- Vestalia -
Feier zu Ehren Vestas, der Göttin von Herd und Heim.
13. Juni
Fest zu Ehren Eponas, der Göttin der Pferde.
21. Juni
- Litha -
Sommersonnenwende, der Feuerkönigin der Liebe und dem Feiern der Macht der Göttin über die Männer geweiht.
02. Juli
Fest der werdenden Mütter.
07. Juli
- Nonae Caprotinae -
Ein Fest unter dem wilden Feigenbaum und das älteste Frauenfest Roms.
17. Juli
Geburtstag der Isis.
02. August
- Lugnasad / Lammas -
Fest zu Ehren Habondias, der Göttin des Überflusses, des Glücks und der Töchter der Erdenmutter.
13. August
Festival zu Ehren Dianas, der Mondgöttin. Frauen pilgerten mit Fackeln und Girlanden nach Nemi, um für Kindersegen und leichte Geburt zu bitten.
21. August
- Consualia -
Feier zum Einbringen der Ernte. Es gab Wagenrennen und Pferderennen, Spiele, Tanz und Gesang.
08. September
Fest der Geburt der Mutter.
23. September
- Mabon -
Herbsttagundnachtgleiche, ein Erntedankfest der Hexen, eine Feier der Ernte.
27. September
Tag der Weiden, eine Feuer- und Wasserzeremonie.
24. Oktober
Fest zu Ehren der Geistwesen der Luft.
26. Oktober
Fest zu Ehren Hathors, der ägyptischen Göttin der Produktivität. Diese Feier findet an Vollmond statt.
31. Oktober
- Hallowmas -
Neujahrsfeier der Hexen, Feier zu Ehren der Heiligen Alten, des zerstörerischen Aspektes der Göttin, der für zukünftiges Leben nötig ist.
01. November
- Samhain -
Samhain ist das keltische Totenfest, das seine Entsprechung im christlichen Allerheiligen findet. Nach altem Brauch werden Feuer angezündet, furchteinflößende Kostüme getragen und das Feuer angerufen.
16. November
- Hekate -
Fest zu Ehren der Göttinnen der Wegkreuzungen.
13. Dezember
Fest zu Ehren Belisamas, der Göttin des Lichts.
15. Dezember
- Consualia -
Fest des Säens.
19. Dezember
- Opalia -
Festival zu Ehren der Göttin Sabine, Göttin der Kreativität und Fruchtbarkeit der Erde.
21. Dezember
- Yule -
Wintersonnenwende, Geburt der Sonnengöttin Lucina.
23. Dezember
Tag der Befreiung, Tag der Göttlichen Kinder oder Tag des Narren.
 
26.1.07 23:28


Die drei Gattungen Wassergeister, Zwerge und Kobolde gehören in der deutschen Sage zu jener Unterabteilung des großen dämonischen Reiches, die wir albische, alfische oder elbische Wesen, Alben oder Elfen nennen. Dabei soll gleich betont werden, daß unser moderner deutscher Ausdruck Elfen den Begriff der albischen Wesen nicht deckt. Der Ausdruck ist im 18. Jahrhundert durch Wieland aus dem Englischen nach Deutschland gebracht worden und bedeutet eigentlich nur Luftgeist, während es im Englischen noch richtig für Elfe, Zwerg und Kobold verwendet wird. Die nordische Wurzel ist Alf, die mittelhochdeutsche Alp. Dieses Wort wird heute nur noch mehr für den sogenannten Druckgeist verwendet, daher der Name Alpdruck, der nicht, wie manche Leute meinen, vom Gebirge, den Alpen, herkommt. Richtig müssen wir also von Zwergen und Kobolden und Wassergeistern sprechen als von elfischen Wesen und im einzelnen den Elf von der Elfe unterscheiden. Oberon ist ein Elf, ebenso wie der Zwerg Alberich im Ring der Nibelungen; Undine in der Lortzingschen Oper ist eine Elfe, ebenso wie Kühleborn ein Elf ist.

Der Erlkönig aber - weit bekannt aus Goethes Ballade - ist gar nicht als ein Verwechslung Herders. Herder hatte bei der Übersetzung aus dem Dänischen den Ausdruck Ellerkonge, was soviel heißt wie Elfenkönig, mit Erlkönig übersetzt, weil er meinte, das hänge mit dem niederdeutschen Eller - Erle zusammen, es hängt aber mit elver, das ist Elfe zusammen.
In Gnorris Edda finden wir eine gute Einteilung der Elfen in Lichtelfen und Dunkelheitselfen. Der lichterfüllte Gott Freyr wohnt in Alfheimer, bei den Lichtelfen also. Loki ist auch ein Lichtelf. In den nordischen Sagas treffen wir gelegentlich auf Elfenopfer, ähnlich den Opfern der alten Juden an die Felddämonen. Noch heute bringt das Volk Blumen und Speiseopfer oft in ganz versteckten Formen an. Man nennt in Schweden Steine, die viele kleine runde Vertiefungen haben, Elfenmühlen. Das Volk legt noch manchmal kleine Opfergaben in die Vertiefungen. Aber der Gebrauch ist doch erst in relativ später Zeit entstanden. Diese Steine, sogenannte Näpfchensteine waren ursprünglich sicher keine Opfersteine, sondern Kalendersteine. Die Näpfchen sind Sonnensymbole, und gelegentlich finden sich auch nordische Jahreshieroglyphen auf ihnen.

Die elfischen Wesen gehen zurück bis in die nordische Mythologie. Das hindert aber nicht daran, daß einzelne Gruppen von ihnen andere Herkommen aufweisen oder daß sich die ursprüngliche Bedeutung im Laufe der Zeit sehr geändert hat.
Schon bei den Zwergen, um im einzelnen nun mit diesen zu beginnen, ist nicht eine mythologische Herkunft nachweisbar, sondern auch eine ethnographische zum mindesten möglich. Es ist denkbar, daß die hochgewachsene nordische Rasse bei der ersten Besiedelung germanischen Gebietes auf Volksstämme sehr kleinen Wuchses stieß, die aber sehr geschickt in der Metallverarbeitung waren und die sich, vor den Siegern zurückweichend, in wilde Schluchten und Bergtälern flüchteten, wo sie noch lange Zeit hausten. Es kann die Sage von den Zwergen durch sie im einzelnen entstanden sein oder aber auch die mitgebrachte Mythologie von den Zwergen durch diese praktische Erfahrung verstärkt oder umgewandelt worden sein.

Der Zwerg ist in der deutschen Sage und im Volksglauben außerordentlich verbreitet. In allen germanischen Sprachen kommt das Wort Zwerg vor. Im Nordischen behalten die Zwerge ihr elfisches Wesen mehr bei als im südlichen Germanien, wo sie durch die ritterliche Dichtung dem Leben der Erdenmenschen im Wesen und selbst in der sozialen Gliederung ähnlicher gemacht wurden. Es ist ganz interessant, daß sie im ältesten deutschen Ritterroman, dem "Rodlieb" eines Tegernseer Mönches um das Jahr 1030, vorkommen. Im Norden sind sie in viel älteren Gesängen schon gewissermaßen literarisch eingeführt. Stets sind sie der Metallverarbeitung und -bearbeitung besonders kundig. Inwieweit das auf die keltische Kunst der La-Tene-Zeit zurückgeht oder von dieser beeinflußt wurde, wage ich nicht zu entscheiden. In der nordischen Mythologie sind alle Kunstwerke, so Odins Speer, Thors Hammer, Freyrs Eber, dann auch Ringe und Schiffe, ja selbst die golfblonden Haare einer Göttin von ihnen gefertigt.

Sie sind vor den Menschen gewesen. Eine ästhetisch nicht gerade sehr ansprechende Version der Edda gibt an, daß sie aus den Maden sich entwickelt hätten, die sich nach der Tötung des Urriesen Ymir in dessen Fleisch vorgefunden hätten. Man hat Anhaltspunkte, daß gewisse Zwergentypen auf astrale Motive zurückgehen, so etwa König Laurin in Tirol, dessen Rosengarten wohl die Abendsonne ist, während der den Garten zerstörende Wittisch die Mittagssonne mit ihrem weißen Glanz bedeuten kann. Auch die astralen Gegensätze von Sonne und Mond sind in Zwergengeschichten vielleicht da und dort deutbar. Doch wollen wir damit hier keine Zeit verlieren.

Die Zwerge haben unendlich viele Bezeichnungen in den deutschen Sagen bekommen. Ich nenne nur einige wenige, so etwa Erdmännchen, Erdschmiedlein, Erdwichtel, Wichtelmännchen, Erdbiberli (in der Schweiz), Bergmännchen, Schrazeln, und allgemein, die Unterirdischen. Thor ist der Beschützer der Zwerge. Eine prachtvolle romantische deutsche Oper, Hans Heiling von Marschner, zeigt die Tragik eines unterirdischen Alfs, der die Menschen kennen lernen will und nur Trug und Gemeinheit auf der Erde findet. An Gestalt sind sie klein, meist dickköpfig, so daß sie da und dort geradewegs Dickköpfe genannt werden. Die Männer tragen lange graue Bärte, die manchen Ausleger dazu veranlaßten, im dicken Kopf den Stern und im Barte die Sternstrahlen zu vermuten. Ihr elfisches Wesen zeigen sie ganz korrekt der Sagenlogik dadurch an, daß ihr im übrigen dem Menschen gleicher Körper einige Unregelmäßigkeiten aufweist. So haben sie oft Gänsefüße. Sie lassen diesen Mangel, wie immer üblich in der Sage, nicht gerne sehen, sondern bedecken ihn mit einen langen Mantel. In der Oberpfalz haben sie Kinderfüße, aber das genügt nicht um sie elfisch auszuweisen, daher fehlt diesen Kinderfüßen ein Zeh. Auf dem Kopf tragen sie eine meist rote, oft auch grüne Kappe, die Nebelkappe oder Tarnkappe, mit der sie sich unsichtbar machen können. Sie wohnen unter der Erde, und die menschliche Phantasie hat in Ausschmückung dessen, was die Menschen schon früh namentlich in Salzbergwerken an glitzernen Kristallen sehen konnten, die Zwergenpaläste mit wunderbarer Pracht ausgestattet. Sie sind mit allerlei Geistesgaben und Sinnesfeinheiten ausgestattet, die den Menschen fehlen. Da sie vor den Menschen da waren, so sind sie nicht gerade erfreut, daß die Menschen durch Abholzung des Waldes und durch den Lärm ihrer Arbeit sie allmählich vertreiben. Aber trotzdem sind sie im allgemeinen gutmütig und stets hilfreich, wenn sie gut behandelt werden. Sie werden nur böse und dann auch gefährlich, wenn sie verspottet werden und Undank ernten. Sie selbst bezahlen jeden Dienst und halten ihr Wort. Ihre großen Schätze bewachen sie mit Eifersucht, und nach den schönen Menschenmädchen geht ihre ganze Liebe. Sie haben die Musik gerne und den Tanz und erscheinen oft bei den Festen der Menschen. Sie essen kein Fleisch außer das der Fische und trinken sehr gerne Milch. Sie reden ein eigene, den Menschen unverständliche Sprache. Man sieht sie meist nachts und am Tage nur um die Mittagsstunde. Sie haben eine Religion, die aber nicht christlich ist, doch hat die spätere Sage auch christliche Zwerge erfunden. Sie rauben gerne Kinder der Menschen und legen gern Wechselbälge in die Wiegen der darob entsetzten Mütter. Diese Wechselbälge sind wasserköpfige Kinder, Kretins usw., deren Herkunft sich der Volksglaube auf diese Weise erklärte.

Die Zwerge haben auch die spätere Sagenbildung und die Märchenbildung bis in die moderne Zeit befruchtet.
Ganz interessant ist die Herkunft der Erdmännchen. Die Erdmännchen sind, sagen wir einmal, sagentechnisch aus den Zwergen geworden. Ihr Name kommt erst in dem Märchen von Brandt (1457 bis 1521) von dem Krieg der Erdmännlein und der Kraniche vor. Von hier aus treten sie dann in der deutschen Dichtung häufig auf. In Berggegenden verwandeln sich die altgermanischen Zwerge in kleine Berggeister und Bergmännlein. Namentlich in den Bergwerken selbst spielen sie eine große Rolle. Sie tragen Bergmannstracht und erweisen sich frommen und guten Bergleuten als Freunde. Allerdings gehen sie in den Sagen ganz in das Dämonische über und verlieren ihre den Zwergen stets bis zu einem gewissen Grade anhaftende Menschlichkeit. In Bergländern, so auch in der Schweiz, tritt eine weitere Variation der Zwerge in den Almgeisterleein auf. Es sind sehr liebe Geistehrchen, die verstiegene Kühe retten und sich stets hilfreich benehmen. Die von der Alm abziehenden Sennen lassen etwas Mundvorrat und Heu für die Almgeisterleein im Winter zurück. Doch ist der Brauch seit einiger Zeit nicht mehr in Übung. Alle diese Berggeisterleine sind wohl aus einer Synthese von Bergdämon und Zwerg entstanden.

Hierher gehört auch das Venedigermännchen, eine beliebte Sagenfigur. Im Mittelalter standen die Venitianer im Rufe der Zauberkunst, wahrscheinlich wegen ihres Glases. Aber vielleicht ist eine Mischung der Worte da am Werke gewesen und ein Zweig ihrer sprachlichen Herkunft stammt von den alten deutschen Fennesleuten.
Sehr häufig treten die Zwerge auch als kleine freundliche Hausgeister auf. dann sind sie Heinzelmännchen oder Herdmännchen genannt.

Als Wasserzwerge gehen sie dann über in den Begriff der Wasserelfen oder Nixen. Sie verlieren hier zumeist ihre kleine Gestalt. Es gibt männliche und weibliche Nixen. Der Nix ist meist ein alter Herr, mit grünem Bart, grünen Zähnen, grünen Haaren und grünem Hut. Er wohnt in Flüssen und Bächen, aber auch in alten Brunnen. Eine sehr schöne Verkörperung des Nix hat uns Gerhart Hauptmann in seiner versunkenen Glocke gegeben, gleichzeitig ein Beispiel der unglücklichen Liebe der Wassergeister zu den Menschen. Wie der Nix versucht, das schöne Menschenmädchen zu sich zu locken, um sie im Kristallpalast unten am Boden des Wassers zur Königen zu machen, so verrucht die Nixe den schönen Hirten zu sich zu locken. Die Stimme der Nixen beiderlei Geschlechtes ist schön und verlockend. Ich erinnere sie an die herrliche Ballade von Nöck, die Karl Löwe mit großem Verständnis für das Elfische der ganzen Situation komponiert hat.

Die männlichen Nixen erscheinen zumeist um die Hochmittagsstunde. Meist steigen sie nur, wie die weiblichen Nixen auch, bis zum halben Leibe aus dem Wasser. Denn mit ihrem Körper ist das nicht ganz in Ordnung. Die schönste und entzückendste Nixe hat statt der Beine einen Fischschwanz und sie zeigt diesen elfischen Mangel im Körperlichen nicht gerne. Aber gelegentlich erscheinen die Nixen doch auf dem Lande und sehen dann wie andere Menschen aus. Doch tröpfelt stets etwas Wasser aus irgend einem Teilchen ihres Gewandes. Die weiblichen Nixen sind in der Regel friedfertiger als männlichen. Sie sitzen oft an der Sonne und trocknen ihre langen Haare. Man wird da sofort an die Loreley denken. Aber ich muss meinen Lesern eine Enttäuschung bereiten. Die Loreley gehört der deutschen Sage nicht an. Der Loreley- oder, besser gesagt, Lurleifelsen ist zwar schon in der frühmittelalterlichen Sage der Aufenthaltsort von Geistern, und der deutsche Dichter Konrad Marner erzählt schon im 13. Jahrhundert, daß hier der Schatz des Nibelungen ruht, aber die Lurlei als Person hat erst Brentano in einer Ballade 1801 zum erstenmale angedeutet, ein reines Phantasiebild von ihm: "In Bacharach am Rheine wohnt eine Zauberin", heißt es in dem Gedichte. Diese Zauberin stürzte sich - sie sollte Nonne werden - von dem Felsen in den Strom. Später hat sie Brentano zur Nixe umgewandelt und erst Heine hat sie 1823 in der Form uns geschenkt, in der sie heute ein sagenhaftes Alter vortäuscht, ohne es zu besitzen.

Auch die Nixen lieben Gesang, Tanz und Musik sehr. Oft erscheinen sie zu dritt bei ländlichen Hochzeiten. Wenn sie sich da im Liebesgetändel mit den Burschen verspäten, so empfängt sie fürchterliche Strafe des regierenden Nix, der sie tötet. Ihre Klagen werden weit am Ufer hin gehört.
Gelegentlich hat die Nixe auch Böses im Sinn. Sie verlockt Kinder oder sie verlangt als Beherrschern des Wassers ein Menschenopfer jedes Jahr.
Die Neigung der elbischen Wesen zum Menschengeschlecht ist typisch und sie beruht wohl darin, das diese elbischen Wesen einer gewissen Ergänzung durch das Menschengeschlecht bedürfen. Sie sind zwar relativ unsterblich - unterscheiden sich sehr wohl von den sterblichen Menschen - brauchen diese aber sehr häufig, um ihr Geschlecht fortzusetzen. Wenn das auch nicht strikte Regel ist, so ist es doch wie gesagt häufig.
Und auch das deutet wieder darauf hin, daß sie zum Teil wohl aus dem Zusammenstoß der nordischen Rasse mit irgend einer kleinen Rasse Europas einen Teil ihres Ursprungs haben. Elbische Wesen treten auch oft in Tierform, namentlich in Märchen auf.

(siehe auch bei Märchen)

Die letzte Art - in der ganz groben Einteilung, die wir hier machen - sind die Kobolde. Sie sind auch zum Teil aus dem Zwergen entstanden, zum Teil aber auch aus dämonischen Vorstellungen. Sie sind den Zwergen sehr ähnlich, aber im Wesen doch nicht dasselbe. Der Kobold ist ein reiner Dämon in der gestalt des Zwerges. Der Zwerg aber ist ein winziger Mensch mit einzelnen dämonischen Eigenschaften. Wichtelmännchen, Heinzelmännchen stehen an der Grenze zwischen Kobolden und Zwerge. Sie sind, je nachdem ihnen die Einstellung dämonischer oder menschliche Züge in höherem Maße verleiht, eines von beiden.
Die Kobolde sind nur männlich. Weibliche Koboldfiguren gehören nur der Dichtung, nicht der Sage an. Sie haben die Charaktereigenschaften der Zwerge mit erhöhter Luft am Schabernack. Sie treten als Poltergeister und Rumpelgeister ganz in das dämonische Gebiet über. Ganz abwegig und irrig ist ihre Behandlung in der Vogtländischen Volkssage, wo sie durch irgendwelchen Grund aus altheidnischen Hausgeistern zu Seelen gestorbener ungetaufter Kinder werden. Alle diese elbischen Wesen haben ihre Natur nach mit Christlichem gar nichts zu tun. Es ist ganz charakteristisch, daß es oft von ihnen heißt, sie können den Namen Christi nicht aussprechen. Sie werden durch Glockengeläute verscheucht und verirren sich nie in eine Kirche. Wo sie mit christlichen Dingen zu tun haben, handelt es sich stets um eine spätere märchenartige Veränderung ihres eigentlichen Wesens.

Ein gottbegnadeter Deuter und Dichter der Gegenwart, Schmid-Noerr, hat in einem prachtvollen, von Sagen durchwobenen Roman, "Frau Perchtas Auszug", ganz richtig geschildert, wie diese elbischen Wesen im Gefolge der alten Götter das Land verlassen, ein trauriger Zug, und wie nur die Erinnerung an sie uns verblieben ist.
Wir haben noch einige Ausdrücke, die mit den Kobolden der Sage zusammenhängen. Wenn es im Norddeutschen heißt "Koboldzen" oder "Kobold schießen", so hängt das mit den luftigen Bewegungen der Kobolde zusammen. Es ist das gleiche, was die Süddeutschen Purzelbaumschlagen nennen. Auch dieses Wort kommt von den Kobolden, die gelegentlich den Namen Purzel haben.
Das ganze Reich der elbischen Wesen bevölkert unsere Märchen. Der Däumling und die sieben Zwerge, die Heinzelmännchen und alle die kleinen Kerle, die dem Kinde im Walde begegnen, ja bis zu den lebendig werdenden Schwammrelingen, alle sind Zwergen, und alles was im Märchen über sie, ihre eigenen Schicksale und ihren Verkehr mit guten oder bösen Menschen erzählt wird, geht in irgend einer Weise und wenn es auch nur mit einem zartesten Würzelchen geschieht, weit, weit zurück bis in die allbeseelte Natur unserer ganz alten Ahnen, bis in jene Zeit, wo der alte Gott Thor, der fulltrui der Menschen, auch der Beschützer des Zwergenvolkes war.

Man soll daher Achtung vor den Sagen haben, und wenn man etwa selbst Märchen schreibt, soll man sich davor hüten, einen Unsinn phantastischer Natur zusammenzubrauen, wie das besonders in moderner Zeit soviel geschieht. Man soll Märchen, die im Gebiete der Sage sich bewegen, nur schreiben, wenn man die Sage selbst beherrscht. Und nicht glauben, daß das Unsinnig-Phantastische allein schon ein Märchen ist.

 

 

26.1.07 23:13


Walpurgisnacht, das Hexenfest schlechthin, das jeder kennt. Feste werden veranstaltet auf dem Brocken im Harz und auch anderswo. Gedichte gibt es darüber, zum Beispiel von Theodor Storm oder von Gustav Meyring. Felix Mendelssohn Bartholdy hat in seinem Opus 60 "Die erste Walpurgisnacht" musikalisch verarbeitet. Sagen ranken sich um diese Nacht, Goethe hat sie in seinem Faust verewigt ... aber wo kommt sie wirklich her, die Walpurgisnacht?

Die Nacht zum ersten Mai war unseren Vorfahren von besonderer Bedutung. In dieser Nacht wurden Freudenfeuer entzündet, um den Frühling zu begrüßen. Im Harz versammelten sich die Menschen um diese Feuer, tanzten um sie und sprangen vor Freude durch die Flammen.

Besonders dort waren diese Feste sehr verbreitet (oder haben sich am längsten gehalten). Mit Beginn der dortigen Christianisierung (nach dem Sieg Karls des Großen über die Sachsen) wurden diese Feste verboten. Wer weiterhin die Feste in der alten Form feierte, wurde als dem Teufel hörig und als Hexe bezeichnet. Die Kirche verdammte jene und verbreitete das Gerücht, dass in dieser Nacht die Hexen ausflogen, um sich auf dem Blocksberg zu versammeln und dort auf die Ankunft des Teufels zu warten.

Der Ursprung des Hexenglaubens, wie er in der Walpurgisnacht dargestellt wird, geht nicht auf diese alten Feste und den Volksglauben zurück, sondern entstammt den Kirchenbüchern. Durch diese ist die Ansicht in der Bevölkerung vorgedrungen, dass Frauen mit medizinischen Kenntnissen mit dem Teufel im Bunde stünden.

Es war also die Kirche, die im Zuge der Inquisition immer schaurigere Geschichten erzählte, welches Unwesen, die von ihnen als Hexen bezeichneten, Frauen angeblich trieben.

Aber wie auch bei anderen heidnischen Feiertagen, die in der Bevölkerung stark verwurzelt waren, hat die Kirche dafür gesorgt, dass diese Feste in einem kirchlichen Fest aufgefangen wurde. Zum Beispiel ging das heidnische Julfest in Weihnachten auf und Ostara in Ostern. Der erste Mai wurder der Hl. Walpurga, der Schutzpatronin der Bäuerinnen und Mägde geweiht und so entstand der Name Walpurgisnacht. Selbstverständlich wurde der Hl. Wapurga von der Kirche nachgesagt, dass sie vor den Hexen schützen sollte.

Das Walpurgisnachtfest auf dem Brocken, wie es heute noch gefeiert wird, wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts, in Anlehnung an Goethes Faust eingeführt.

Natürlich gab es auch abergläubische Bräuche, mit denen sich die Menschen schützen wollten gegen die Hexen, die in dieser Nacht ihr Unwesen trieben:

Wenn in der Walpurgisnacht mit geweihten Glocken (also mit Kirchenglocken) geläutet wird, dann können die Hexen, die an den Kreuzungen ihre Tänze in Gegenwart des Teufels abhalten einem nichts anhaben.

Um sein Vieh und seine Häuser zu schützen wurde in dieser Nacht geweihtes Salz auf die Türschwellen der Ställe und Häuser gestreut. Aber auch das Aufhängen von Baldrian- und Dostzweigen an den Stallungen sollte verhindern, dass das Vieh verhext wurde, da man glaubte, das Hexen diesen Duft nicht leiden können.

Die Besen wurden in dieser Nacht mit dem Reisig nach oben aufgestellt. Oder aber wurden zwei gekreuzte Besen vor der Tür aufgestellt. Das galt als sicher Abwehr vor den Hexen. In manchen Gegenden war es üblich zur Hexenabwehr ein Messer ins Schlüsselloch zu stecken.

Mancherorts zogen die junge Männer peitschenknallend durch die Straßen, um besonders an den Kreuzungen, dafür zu sorgen, dass sich dort keine Hexen versammeln konnten.

Wer in der Walpurgisnacht einen Gundelrebenkranz trug (Gundermann oder Gundelrebe ist ein Kraut das überall wächst), erkannte angeblich alle Hexen!

Am 1. Mai ging niemand vor dem ersten Hahnenschrei oder vor dem Tagleuten aus dem Haus, man konnte ja nicht wissen, ob vielleicht doch noch irgendwo eine verspätete Hexe unterwegs sei.

Eine Bauernregel besagt: Ist die Hexennacht voll Regen, wird's ein Jahr mit reichlich Segen!

Wer wissen wollte, ob der Geliebte treu bleibt, der pflanzte in der Walpurgisnacht zwei Vergißmeinnicht auf einen Stein mit etwas Erde. Wuchsen die beiden Pflanzen aufeinander zu, so würde der Geliebte treu bleiben und eine Hochzeit bevorstehen.

Ein beliebter Brauch in der Walpurgisnacht war auch das Häckselstreuen. Bei diesem Streich wurden geheime Pfade der Liebe aufgedeckt, indem eine Häckselspur von dem einen Haus zum anderen gelegt wurde.

Nicht nur solche Späße waren in der Walpurgisnacht üblich. Die jungen Burschen nutzten die günstige Situation, dass sich alle hinter dem Ofen verkrochen gerne aus und verübten in dieser Nacht diverse Streiche. Im Hof vergessene Gerätschaften wurden gerne auf den Dachfirst oder einen hohen Baum gebracht. Oder sie fanden sich am nächsten Tag im Dorfbrunnen wieder. Die Bauern sahen also zu, dass sie ihre ganzen Gerätschaften gut verschlossen hielten in dieser Nacht. Oftmals konnten diese dann auch nur gegen Freibier wieder ausgelöst werden.

Auch heute besteht das Fest der Fruchtbarkeit und des Lebens weiter in den Maifeiern mit Tanz in den Mai und Maibäumen, frischen Birkenzweigen und ausgelassenen Feiern. Auch der Maibaum ist ein eindeutiges Fruchtbarkeitssymbol. Üblicherweise wird er in der Walpurgisnacht geschlagen und am 1. Mai aufgestellt.

Bei den Iren und Schotten wird das Fest Beltane gefeiert. Im alten keltischen Kalender ist Beltane der Beginn des Sommers, so wie Samhain (Halloween) der Beginn des Winters ist. Beltane ist nach dem Gott Baal benannt. Auch hier werden Feuer entzündet. Symbolisch wird dort Baal, Bel oder Baldur verbrannt. Die Häuser und Gärten werden üppig mit Blumen geschmückt.

26.1.07 23:11


Rauchnächte / Rauhnächte

Obgleich die Rauch- oder Rauhnächte strenggenommen nur diejenigen Winternächte sind, in denen Räucherungen vorgenommen wurden, gab man oft dem ganzen zweiwöchigen Zeitraum zwischen Heiligabend und Dreikönige, der eigentlich die "Zwölften" hieß, diesen Namen. Diese zwei Wochen sind eine Übergangszeit, eine "Niemandszeit", wie auch unsere heutige Bezeichnung "zwischen den Jahren" deutlich macht. In ihr gehen, wie man glaubte, die Geister um, treiben Seelenscharen ihr Wesen und jagen die wilden Jäger mit ihrem Gefolge umher. In Böhmen warf man der heftig tobenden Windsbraut zur Beruhigung Äpfel und Nüsse in den Ofen oder knallte mit den Peitschen, um sie zu vertreiben. Fremden Tieren soll man, so die verbreitete Ansicht, in den Zwölften besser aus dem Weg gehen und Ratten nicht beim Namen nennen, denn keiner weiß, ob es nicht vielleicht verwandelte übelwollende Geistwesen sind. Da auch die Hausgeister in diesen Tagen besonders aktiv sein sollen, pflegte man am Weihnachtsabend, an Silvester und vor allem an Dreikönige das Haus zu räuchern und besondere Opfer darzubringen, die man beispielsweise in den Garten oder auf das Dach legte.

Von diesen Tätigkeiten abgesehen, sollte man sich während der Rauchnächte still und unauffällig verhalten und keine wesentliche Arbeit verrichten. Wer die "Zwölften" nicht hält, hieß es im allgemein, zieht sich Kröten, Frösche oder Läuse ins Haus und hat das ganze nächste Jahr über Unglück. Auf keinen Fall sollte man während dieser vierzehn Tage Wäsche im Freien oder auf dem Dachboden aufhängen, da sonst Krankheiten in die Kleidungsstücke kommen, die sich dann auf den Menschen übertragen. Weiterhin verboten war: spinnen, nähen, klöppeln, mangeln, dreschen, Stiefel schmieren und Nägel einschlagen, sich die Füße waschen und die Haare schneiden.
Frühmorgens darf man nicht pfeifen, keine Nüsse, Äpfel oder sonst etwas vom Boden aufheben, nichts ausleihen und nicht den Kehricht zur Tür hinauskehren. Erbsen und überhaupt Hülsenfrüchte darf man auf keinen Fall essen, weil man sich sonst, wie es in Westfalen und Franken hieß, Geschwüre zuzieht oder krank wird. Der Verzehr von Grünkohl soll sich dagegen in jeglicher Hinsicht positiv auswirken. Eine der wenigen Tätigkeiten, die für die Rauhnächte ausdrücklich empfohlen werden, ist das Besenbinden, denn mit "Zwölftbesen" kann man, wie es in Anhalt hieß, die Raupen aus dem Kohl treiben. Auch sollen solche Besen gegen Ungeziefer und Hexerei schützen und das Vieh gedeihen lassen.

Speziell geeignet sind die zwei Wochen zum Durchführen aller möglichen Arten von Orakeln, darunter vor allem solche, die Auskünfte über das kommende Jahr vermitteln. Die einfachste Methode besteht darin, das Wetter jedes einzelnen Tages als einem der Monate des nächsten Jahres entsprechend zu betrachten. Ob diese Methode allerdings "rechtskräftig" ist, entscheidet, so dachten die Schwaben, der sechste Januar. Ist das Wetter an diesem Tag trocken, werden diese Beobachtungen eintreffen - schneit oder regnet es dagegen, ist nichts darauf zu geben. Weiterhin glaubte man, daß alles, was man in den Zwölften träumt, in dem Monat des kommenden Jahres, der dem jeweiligen Tag des Jahres entspricht, in Erfüllung geht. Im Erzgebirge präzesierte man diese aussage dahingehend, daß sich Träume vor Mitternacht am Anfang, Träume nach Mitternacht am Ende des betreffenden Monats bewahrheiten würden.

26.1.07 23:10


Pentagramm

Im Gegensatz zum - oberflächlich betrachtet ähnlichen - Hexagramm, einem durch zwei Dreiecke gebildeten Sechsstern, wir das fünfzackige Pentagramm in einer einzigen Linie gezoggen. Es ist seit der Antike ein Heilszeichen und spielt beispielsweise im Islam nach wie vor eine große Rolle. Wie früher auch hierzulande, ist man im Orient der festen Überzeugung, ein Pentagramm auf der Türschwelle halte böse Geister davon ab, in das Haus einzudringen.

In Deutschland war das Pentagramm früher als "Drudenfuß", seltener als "Alfenfuß" bekannt. Diese Bezeichnung spielt auf den Glauben an, daß die Druden (oder auch Truden), die Alpe und Hexen einen Gänse- oder Entenfuß hätten, dessen Abdruck in etwa die Form eines Pentagramms gleiche (Entenfuß.

Gewissermaßen um Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen, wurde der fünfzackige Stern auch in unseren Breiten zur Abwehr dieser Wesen aus geweihtem Wachs geformt und am Abend vor Dreikönig an Türen oder anderen wichtigen Stellen des Hauses angebracht oder aber mit Kreide vor allem an die Ställe gezeichnet.

Im Jahre 1699 berichtet ein Chronist aus dem Erzgebirge:
"Drutten Figuren siehet man an Thüren oder in Wiegen der kleinen Kinder aus Aberglauben angeschrieben." Kein böser Geist, nicht Hexe oder Teufel sollten imstande sein, an diesem Zeichen vorbeizuschlüpfen. Auch Johannes Prätorius wußte um diesen Brauch. Bei ihm heißt es: "Daher solcher Aberglauben noch bey etlichen Weibern, daß sie solch Heydnisches Zeichen des Druyden-Fußes oben und unten an die Wiegen mit eingelegtem Holz oder Farben machen, wider der Hexerey."

Wie aus Goethes "Faust" bekannt, ist es wichtig, daß der Drudenfuß "geschlossen" ist; so schafft es Mephisto nur dashalb zu Faust vorzudringen, weil das Pentagramm auf seiner Türschwelle nicht ordentliche gezeichnet ist. Er erklärt:

"Beschauet es recht! es ist nicht gut gezogen:
Der eine Winkel, der nach außen zu,
Ist, wie du siehst, ein wenig offen."


Welch große Macht dem Pentagramm zugeschrieben wurde, zeigt, daß selbst in der Heilig-Geist-Kirche zu Wismar, dierekt vor dem Altar, ein Drudenfuß in den Stein einer Grabplatte geritzt ist, der, wie die nebenstehene Informationstafel erläutert, dazu dienen sollte, den Altar vor allem Übel zu bewahren.

26.1.07 23:04


Hexe sein

Auch hier werden es die meisten gar nicht wissen wollen, wie daß mit der Wahrheit nun mal so ist... All diese Dinge sind unabdingbar um eine Hexe zu sein! Alles andere ist "nur" ein nettes Esoterikhobby - hat aber mit dem echten Hexentum nichts zu tun:

Besonders sollten jene Mitmenschen den folgenden Text lesen, die schon irgendelche dubiosen Einweihungen bekommen haben, und sich deshalb Hexe nennen. Wer nicht umfangreiches Wissen über alle Aspekte der Natur hat - ist alles mögliche - jedoch niemals eine Hexe (oder ein Druide)!

Was ist eigentlich eine HEXE bzw. ein HEXER?

Kaum ein anderer Begriff ist mit so vielen verschiedenen und zumeist falschen Assoziationen verbunden wie dieses Wort. Das Wort "Hexe" wird zumeist als Schimpfwort verwendet, was sich beim näheren Hinsehen jedoch als ziemlich falscher Gebrauch erweist.

HEXE stammt vom althochdeutschen Wort "HAGAZUSSA" ab, was soviel bedeutet wie: "HECKENSITZERIN". (Die Silbe "HAG" findet sich auch in der HAGebutte wieder, der Frucht der HECKENrose) Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Was macht die Hexe in der Hecke?

Die Hecke war, und ist, eine Abtrennung zwischen zwei Grundstücken. So hatten unsere mittelalterlichen Vorfahren die Vorstellung, daß auch das "Diesseits" vom "Jenseits" durch eine Hecke getrennt ist. Wobei man auch die Begriffe "Diesseits" und "Jenseits" im mittelalterlichen Kontext betrachten muß!

Aus dem Jenseits kommt, so die mittelalterliche Vorstellung, das "höhere" Wissen. Wissen, das nicht jedem zuteil war wie z.B. das Wissen zu Heilen, das Wissen über den Lauf der Gestirne, das Wissen um die Heilkraft der Pflanzen, das Wissen um das Wetter u.s.w.

Der Begriff "Hexen" oder "Hexer" beschreibt somit Menschen, die über besonderes und dem Menschen nützliches Wissen verfügen. Der Beruf Hexe/Hexer war sehr umfangreich und von der Bevölkerung gefragt und anerkannt.

Hexen waren und sind (!) selbständige Menschen, die ihren eigenen Kopf haben und sich nicht gerne zu sehr "kontrollieren" lassen. Der Ruf der Bevölkerung nach der Hilfe von Hexen und deren Unkontrollierbarkeit, waren den Machthabern des Staates selbstverständlich ein Dorn im Auge, was auch die irrsinnige Hexenverfolgung unserer Vorzeit ausgelöst hat.

Wenn in weiterer Folge in diesem Text das Wort "Hexe" auftaucht, sind selbstverständlich immer beide Geschlechter gemeint, also auch die männlichen Hexen - die Hexer...

Hexen wurden immer gerufen, wenn jemand krank war, wenn ein Kind zur Welt zu bringen war, wenn die Saat nicht aufgehen wollte, wenn die Tiere nicht werfen konnten, und auch dann, wenn es Krisen in menschlichen Beziehungen gab, um nur die bekanntesten Aufgaben der Hexen zu nennen.

Hexen waren (und sind) somit z.B. Heiler und können als die Vorgänger unserer modernen Ärzteschaft betrachtet werden. Doch das ist erst der Beginn. Wenn eine Hexe eine Krankheit diagnostizierte (Anatomie; Pathologie) und eine Heilmethode vorschlug, konnte sie natürlich nicht einfach in eine Apotheke gehen und dort die Medizin kaufen. Sie mußte sich ihre Heilkräuter selbst pflücken und die Medizin auch selbst herstellen. Somit war eine Hexe zugleich Heiler, Biologe und Pharmazeut.

Dies ist jetzt natürlich nur bezogen auf die Tätigkeit der Hexe als "Heilerin"... Auch die Hexen unserer Vorzeit haben sich bei ihrer "Gartenarbeit", wie es auch heute wieder modern ist, nach dem Mond und nach den Planeten orientiert. Eine Hexe hatte jedoch nicht die Möglichkeit eine Buchhandlung aufzusuchen und sich eine Tabelle zu kaufen um zu sehen, in welchem Tierkreiszeichen sich der Mond oder die Planeten gerade befinden.

Auch der Zugang zu einem Computer war unseren Vorfahren verwehrt ;-) Das bedeutet, daß eine Hexe zumindest über die Grundlagen der Astronomie Bescheid wissen mußte, um Ihre Tätigkeit durchzuführen.

Hexen wurden (und werden) natürlich über zukünftige Ereignisse gefragt. Den Menschen in unseren Breiten war es für das Überleben eine unabdingbare Notwendigkeit, über das kommende Wetter Bescheid zu wissen. Hexen konnten diese in die Zukunft gerichteten Fragen über das Wetter sehr gut und treffend beantworten (Stichwort: "Wetterhexe". Um diese Antworten geben zu können, mußte eine Hexe über umfangreiche Kenntnisse der Meteorologie verfügen. Auch als Eheberaterin und bei Lebensproblemen wurden Hexen konsultiert, was natürlich nur dann Sinn macht, wenn sie über die Psyche des Menschen Bescheid wußten...

Weiters seien hier die Aufgabengebiete der Hexen als Priesterinnen bei Geburt, Hochzeit und Tod und bei Anrufungen an die Natur nicht vergessen. Medizin, Anatomie, Pathologie, Biologie (insbesondere Botanik), Astronomie, Meteorologie, Psychologie, "Religion" und vieles mehr sind also die Tätigkeitsbereiche und notwendigen Wissensbereiche der Hexen. All diese Dinge machen die Hexen zu nichts geringerem als den Vorfahren unserer modernen Wissenschaftler.

Nackt in der Gegend rumzulaufen, irgendwelche "Göttinnen" anrufen, sich mit der Natur verbunden zu fühlen und Tee kochen können hat, wie man sieht, absolut nichts damit zu tun was eine echte Hexe ausmacht.

Ein wenig "Feng-Shui" und "Reiki" nebst dem Brauen von "Pu-Erh Tee" ist nicht mehr und nicht weniger als ein ESO-Hobby - hat aber absolut nichts mit dem echten Hexentum gemeinsam!!!

Diese Menschen haben zumeist ein Selbstwertproblem und wollen unbedingt elitär sein und wichtiger als andere Menschen, ganz nach dem Motto: "Ätsch - ich bin Hexe und du niiicht..."

Eine echte Hexe stellt ihr Leben in den Dienst der Menschheit und ist immer da, um Hilfe zu leisten und immer bemüht, die Weiterentwicklung der Gesellschaft im ethischen wie auch im intellektuellen Sinn zu fördern.

Um echte Hexe bzw. echter Hexer zu werden, muß sehr intensiv gearbeitet werden, und zwar nicht hin und wieder, sondern immer. Hexe zu sein, ist eine Lebensart.

Ein Leben als "Wochenendhexe" zu führen, ist neuzeitlicher "esoterischer" Unfug und unbrauchbar ...

26.1.07 23:01


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