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Magische Lehrer, Führer und Verführer

Wer sich für Magie interessiert und diese auch selbst erlernen möchte oder sich von seiner Lebenseinstellung her als Magier fühlt und sich weiter informieren und darin bestätigen und festigen möchte, wird recht bald auf zahlreiche Leute stoßen, die ihn scheinbar wohlmeinend "ausbilden" wollen. Besonders das Internet wimmelt von selbsternannten "Lehrern", die alles zu wissen scheinen und ganz begierig darauf sind, Leute auf den magischen Weg einzuführen oder weiterzubringen.

Am schlimmsten sind jene, die sich selbst als "erleuchtet" oder ähnlich bezeichnen - die haben keinen blassen Schimmer, denn so nennt sich niemand, der Magie als Lebensphilosophie wirklich verstanden hat, weil "Erleuchtung" immer ein unerreichbares Fernziel bleiben wird, dem man sich nur Stückchen für Stückchen weiter annähern, es aber niemals erreichen kann.

Ebenso übel sind solche, die regelrecht eine "Magierakademie" oder "Hexenschule" oder ähnlichen Unsinn betreiben und sich auch noch mit gutem Geld dafür bezahlen lassen. Diese Zeitgenossen wollen nur abkassieren und schleusen deshalb ohne Rücksicht auf Begabung so viele Schüler (oder Opfer) wie möglich durch. Und häufig ist das, was dort "gelehrt" wird, ziemlicher Blödsinn oder einfach aus irgendeinem Buch nachgeplappert, das nicht einmal gut sein muß - Hauptsache, es klingt schön esoterisch. Den wirklichen Zugang zur Magie findet man aber nicht im Schnellkurs und man kann ihn auch nicht erzwingen.

Wenn das Ganze auch noch religiös angehaucht ist und unterschwellig oder sogar offen missionieren will, seien es nun einzelne Wiccas, die ihre eigene Religion nicht richtig verstanden haben, oder irgendeine Phantasie-Sekte, wird es richtig bedenklich. Magie hat auch lebensphilosophische Aspekte, das ist richtig, aber deren Vermittlung ist von religiöser Indoktrination unabhängig und auch streng davon zu unterscheiden. Ist es nicht völlig egal, ob man Heide, Atheist, Christ, Moslem oder Buddhist ist, wenn man im Gleichgewicht mit der Welt leben möchte und die Verbindung zu den Kräften seines Innersten sucht?

Dennoch stößt man überall auf sich selbst für weise und allwissend haltende Oberlehrer, die jeden gerne ausbilden möchten. Man sollte sich wirklich einmal die Frage stellen, warum diese Leute nichts Besseres zu tun haben.

Wieso sollte jemand Zeit und Mühe investieren, um einen Wildfremden auf den Weg der Magie zu führen, bzw. dort weiterzubringen? Normalerweise haben Magier doch genug eigene Dinge zu tun, und wenn sie nicht gerade magisch tätig sind, haben sie gewöhnlich auch ein ganz normales Alltagsleben und ebenso auch Hobbys, denen sie nachgehen. Nur ein erfülltes und gefestigtes reales Leben ermöglicht einen freien Zugang zur spirituellen Welt. Wieso also sucht jemand förmlich nach Menschen, die er ausbilden kann?

Sind Geltungssucht, finanzielle Interessen oder Missionierungswahn gute Grundlagen, um tatsächlich jemanden spirituell weiterzubringen? Wessen Lebenseinstellung und -philosophie und Weltanschauung läßt sich tatsächlich auf einem Wochenendseminar ändern? Wer vermag wirklich die Kräfte in seinem Inneren zu aktivieren, nur weil er ein paar Dinge über Magie gehört hat und gezeigt bekommen hat, wie man angeblich Dolch und Kelch zu halten hat? Wer glaubt denn tatsächlich, daß man den Zugang zur Magie von einem anderen Magier für Geld kaufen kann?

Magie ist vor allem eine Lebensphilosophie und eine Art, sein Leben zu leben und die Dinge zu sehen, und kein Zauberkasten, aus dem sich mal schnell ein Liebesamulett oder ein böser Fluch basteln läßt. Natürlich spielt das theoretische Wissen um die Funktionsweise der Magie, Werkzeuge, Rituale und Techniken eine wichtige Rolle, und dieses Wissen muß auch erst einmal erworben werden. Aber zu glauben, man ist ein Magier, wenn man einen Kreis zieht, mit dem Dolch herumfuchtelt und ein paar nette Worte zu den Elementen spricht, weil man es so gezeigt bekommen hat, ist genauso, als würde man ein Buch über das Drachenfliegen lesen, sich einen Drachen besorgen und damit direkt in den nächsten Abgrund hüpfen und erwarten, daß man es dann kann.

Man wird garantiert scheitern, weil man zwar vielleicht das Wissen, aber überhaupt kein "Gefühl" für die Sache hat, und ein solches läßt sich nur langsam entwickeln und erfordert viel Übung. Gefühl kann man nicht gelehrt bekommen, man muß es erfahren. Und man muß es zuerst einmal finden, vorausgesetzt, man hat überhaupt Talent dazu. Manche werden niemals das Skilaufen erlernen, sooft sie es auch versuchen, weil ihnen einfach das Gefühl dafür fehlt. Und andere werden vielleicht niemals Magier sein, so sehr sie es sich auch wünschen.

Darüberhinaus kann man auch die Philosophie eines Magiers zwar lernen im Sinne von "die Theorie auswendig lernen", aber es zu verinnerlichen, es für sich anzunehmen und wirklich zu leben ist eine ganz andere Sache. Man kann sich nicht dazu zwingen, eine Philosophie im Inneren für sich anzunehmen. Das funktioniert schon gar nicht, wenn man sie nur dazu "benutzen" will, endlich "Zaubern" zu lernen. So eine Philosophie muß auf einen wirklich passen, sonst kann man sie nicht verinnerlichen und sie nicht leben und auch nicht fühlen. Gefühle hat man eben oder nicht. Sie entwickeln sich mit der Zeit, und man kann sie nicht als Lehrer vermitteln - schon gar nicht in einem Schnellkurs.

Aber natürlich muß Wissen auch weitergegeben werden, sonst ist es wertlos. Und selbstverständlich muß ein Suchender auch irgendwie Wissen vermittelt bekommen. Wissen kann, abgesehen von Büchern oder Internet, auch gelehrt werden - aber eben nur das theoretische Wissen. Erfahrung und Gefühl und vor allem "Gnosis" kann man nicht vermitteln. Ein Mensch kann einem anderen nur das Wissen lehren, aber Erfahrung, Gefühl und Gnosis muß der Lernende selbst entwickeln, ebenso wie seinen eigenen Weg, damit umzugehen. Nicht umsonst sind die meisten Magier Autodidakten.

Ein Lehrer kann also nicht für sich beanspruchen, alles vermitteln zu können. Er kann einem Schüler Hintergrundwissen, Praktiken, Techniken und Herangehensweisen zeigen, und schon wieder wird es problematisch, weil der Zugang des Lehrers zur Magie möglicherweise ein ganz anderer ist als der des Schülers, der Lehrer aber nur den eigenen kennt und diesen natürlich auch zu vermitteln sucht. Fremden Wegen zu folgen kann jedoch eher blockieren als weiterbringen.

Der Austausch von Wissen muß sein, gar keine Frage. Aber niemand sollte sich zum Lehrer aufschwingen - schon deshalb nicht, weil es falsch wäre, andere auf dem eigenen Weg hinterherziehen zu wollen. Jeder hat einen anderen, individuellen Weg. Daher kann man Wissen, Praktiken, Techniken und Erfahrungen austauschen, aber eben unter Gleichgesinnten, nicht von Lehrer zu Schüler. Zwei echte Magier - sie müssen gar nicht beide "Zaubern" können, aber die entsprechende Lebenseinstellung haben - würden einander ohnehin immer als gleichstehend betrachten. Jeder kann vom anderen etwas lernen, bzw. sich Anregungen holen. Ein Lehrer stellt sich aber über seinen Schüler.

Der Austausch von Anregungen ist der Kernpunkt, denn alles, was man von anderen erfährt, dürfen immer nur Anregungen sein, die man für sich annehmen oder als für sich nicht passend beiseite legen kann. Anregungen sind eben kein absolutes Wissen eines übergeordneten Lehrers. Und wenn man sich Anregungen holen möchte, dann besser nur von Leuten, die dies ebenso betrachten und die sich nicht als Oberlehrer aufspielen - letztere haben nichts verstanden und führen meist in eine spirituelle Sackgasse oder verfolgen eigentlich ganz andere Ziele. Wenn er denn ausbildet, bringt ein wahrer Meister aber keine guten Schüler hervor, sondern eigene Meister.

Selbstverständlich ist es menschlich und auch sinnvoll, sich mit anderen auszutauschen, und da ja nun nicht in jeder Stadt ernsthafte Magier oder seriöse Hexen leben oder gar bekannt sind, an die man sich wenden kann, ist das Internet oft das einzige Medium, Leute persönlich kennenzulernen. Man kann hier tatsächlich ganz liebe Menschen finden, aber eben auch unglaublich viele Spinner und Leute mit niederträchtigen Absichten.

Wer sich also auf die Suche nach Kontakten zu Menschen macht, mit denen er sich austauschen möchte, sollte vielleicht die folgenden Ratschläge beherzigen.

Niemand weiß alles. Allwissende "Erzmagier", die auch noch behaupten, daß ihre Sicht der Magie und ihre rituellen und magischen Methoden einzig Richtige ist, und die am besten auch noch darauf beharren, daß man sich nur mit ihnen und Anhängern ihrer Lehre austauscht, bloß nicht mit anderen, die womöglich die erworbene Spiritualität vergiften könnten, sind ganz bestimmt alles andere als gute Lehrer.

Ein wahrer Magier weiß, daß er auch nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit Magie noch längst nicht alles weiß, und er kann es auch zugeben. Ebenso weiß und äußert er, daß es auch noch viele andere Wege und Methoden gibt als nur die seinen. Es gibt in der Magie keine festen Regeln, denn Dogmen blockieren nur.

Es existieren wesentlich mehr Scharlatane und Blender als ernsthafte Magier. Jeder kann sich im Internet eine Seite einrichten, etwas über Magie schreiben und erzählen, wie weise er doch ist. Daß dahinter überhaupt echtes Wissen, "gnostisches" Wissen, dahintersteckt, gilt es erst zu beweisen. Ein gesundes Maß an Mißtrauen ist zunächst immer angebracht. Es gibt mehr als genug "virtuelle Magier", die vorgeben, Magier zu sein, es aber in Wirklichkeit gar nicht sind.

Manche Spinner sind auch richtig gefährlich. Man sollte besonders dann aufpassen, wenn religiöse Aspekte überbetont werden, besonders wenn von "Gemeinschaften" oder ähnlichem die Rede ist, denn dahinter verbergen sich häufig sektenartige Züge, die andere Menschen in eine Abhängigkeit bringen wollen. Wer mit irgendeiner Form von "Erleuchtung" oder gar "Erlösung" ankommt, sollte damit gleich zum (nicht existierenden) Teufel gejagt werden.

Selbst im Heidentum gilt es, sich vor sogenannten "völkischen Germanen" zu hüten, denn diese entpuppen sich oft genug als Neonazis (Magie ist aber niemals politisch). Und auch im Wicca gibt es leider mehr als genug Spinner ("Alles ist ganz frei und individuell, aber du MUSST es unbedingt so und so machen..." - allerdings sind die meisten Wiccas auch ernsthaft und seriös. Aufpassen und kritisch sein ist halt angesagt.

Hellhörig werden sollte man auch, wenn von Opfern (am besten noch mit Blut) und Schadenszaubern die Rede ist. Vor allem viele sogenannter "dunkler" oder "schwarzer" Magier sind eigentlich eher Grufties oder Satanisten, von denen sich die allermeisten ohne echte Ahnung von Magie einfach nur austoben wollen - oft genug auf Kosten anderer. Man denke stets daran, daß nicht alle Spinner harmlos sind. Und daß man nicht jeder Internetbekanntschaft seinen wirklichen Namen, Anschrift oder Telefonnummer verrät, sollte immer selbstverständlich sein.

Die sogenannten Licht-und-Liebe-Esoteriker sind zwar normalerweise nicht gefährlich, aber spirituell bringen sie einen leider meist kein Stück weiter. Es ist ja ganz nett, Wir-haben-uns-alle-lieb-kuschel-kuschel-Rituale zu machen, Duftkerzen anzuzünden und gemeinsam am Feuer die Mondfeste zu feiern, und das führt zweifellos auch zu einer netten Gemeinschaft und schöner Freundschaft, die ja auch nicht verkehrt ist, aber im Grunde ist das ganze Licht-und-Liebe-Getue doch nur esoterisch angehauchte Beschäftigungstherapie, teilweise sogar Selbsttäuschung. Reine Licht-und-Liebe-Esoteriker sind - böse formuliert - im Grunde späte Hippies, die den Joint gegen einen Zauberstab getauscht haben.

Ein wahrer Magier aber betrachtet das Leben ganzheitlich, und das Leben besteht eben nicht nur aus Licht und Liebe, sondern hat auch ernste und auch viele negative Aspekte. Das Leben ist zwar auch Liebe und Freude, aber ebenso auch Auseinandersetzung, Kampf, Konflikt, Angst, Schmerz, Wut, Grausamkeit, Trauer, Lachen, Sex, Extase und Tod. Magie ist eine Lebensphilosophie, und eine solche kann nur sein, welche sich mit dem ganz(heitlich)en Leben befaßt, und nicht nur mit den Blümchenaspekten. Licht und Liebe gehören als wichtige Bestandteile natürlich dazu, aber vor lauter Licht und Liebe darf keine Scheinwelt aus der Beschäftigung mit Magie werden, in die man sich vor seinen Alltagsproblemen flüchtet, denn auch diese gehören zum Leben und wollen bewältigt werden - magisch, aber vor allem auch ganz real.

Auf dem Weg zur Magie kommt man nicht am Selbststudium vorbei. Dazu benötigt man Bücher und hat heute zusätzlich die Möglichkeit, sich im Internet zu informieren. Bei beiden Medien ist allerdings auch sehr viel Unsinn im Umlauf, also gilt es, kritisch zu sein. Natürlich kann man auch keine Lebensphilosophie aus Büchern beziehen, aber man kann immerhin genug Hintergrundwissen erlernen, um selbst weiterzumachen und den gröbsten Unsinn als solchen zu erkennen. Manche halten vom Bücherstudium wenig, aber es ist unabdingbar, wenn man nicht zufällig einen erfahrenen Magier an seiner Seite hat - und auch dieser weiß nicht alles und geht wahrscheinlich einen anderen Weg als man selbst.

Und wenn man schließlich meint, einen Weg gefunden zu haben, sollte man dennoch offen bleiben. Wer garantiert denn, daß dieser Weg wirklich der richtige für einen ist und ein anderer, vielleicht noch unbekannter Weg nicht viel besser passen würde? Man darf niemals vergessen, daß was für einen anderen wahr und richtig ist, es für einen selbst noch lange nicht sein muß - und das gilt vor allem auch umgekehrt. Der eigene Weg ist genausowenig der Weg anderer wie der Weg anderer der eigene ist.

Man lehne also nicht alles um sich herum ab und akzeptiere nicht nichts anderes mehr als seinen eigenen Weg, sondern erkenne an, daß andere Wege für andere Menschen richtig sein mögen, so wie der eigene Weg für einen selbst richtig sein mag. Man sollte sich nicht missionieren lassen, aber noch weniger sollte man anfangen, auch selbst andere missionieren zu wollen und sich damit genau zu der Sorte "Lehrer" aufschwingen, die man selbst eigentlich ablehnt. Und natürlich lernt man niemals aus, sondern immer nur dazu.

Es gibt keine "Lehrer" - nur Wegbegleiter, Ratgeber und Wegezeiger, aber den Weg wählen und vor allem gehen muß jeder ganz allein für sich selbst.

26.1.07 23:31


Hexenfeiertage

06. Januar
Fest zu Ehren Sironas,der Flussgöttin. Segnung der Wasser.
11. und 15. Januar
- Carmentalia -
Festival zu Ehren Carmentas, der römischen Göttin der Geburt.Dieses Festival wurde nur von Frauen besucht, die die Göttin um eine leichte Geburt bitten wollten.
02. Februar
- Lichtmess -
Feier des zunehmenden Lichtes, Einweihung neuer Hexen.
20. März
- Ostara -
Frühlingstagundnachtgleiche, Persephone kehrt aus der Unterwelt zurück, um sich wieder mit ihrer Mutter Demeter zu vereinen. Erneuerung der Lebenskräfte in der Natur.
21.-25. März
- Quinquatria -
Festival zu Ehren Minervas, der Göttin der Weisheit und Urheberin von Kunst und Wissenschaften.
30. März
Fest zu Ehren Esotaras, der Göttin der Fruchtbarkeit.
28. April- 03. Mai
Festival zu Ehren Floras, der Göttin der Frühlingsblumen und der erwachenden Vegetation.Dieses Fest ist sehr Lustorientiert.
01. Mai
- Beltane -
Beltane, die Jungfraugöttin,wird erwachsen. Dieses Fest findet am Vorabend des 1. Mai statt.
01. Juni
Festival zu Ehren Epipis, der Göttin der Dunkelheit.Diese Feier findet steht an einem Vollmond Ende Mai oder Anfang Juni statt und ist eine Erforschung der Mysterien.
07. Juni
- Vestalia -
Feier zu Ehren Vestas, der Göttin von Herd und Heim.
13. Juni
Fest zu Ehren Eponas, der Göttin der Pferde.
21. Juni
- Litha -
Sommersonnenwende, der Feuerkönigin der Liebe und dem Feiern der Macht der Göttin über die Männer geweiht.
02. Juli
Fest der werdenden Mütter.
07. Juli
- Nonae Caprotinae -
Ein Fest unter dem wilden Feigenbaum und das älteste Frauenfest Roms.
17. Juli
Geburtstag der Isis.
02. August
- Lugnasad / Lammas -
Fest zu Ehren Habondias, der Göttin des Überflusses, des Glücks und der Töchter der Erdenmutter.
13. August
Festival zu Ehren Dianas, der Mondgöttin. Frauen pilgerten mit Fackeln und Girlanden nach Nemi, um für Kindersegen und leichte Geburt zu bitten.
21. August
- Consualia -
Feier zum Einbringen der Ernte. Es gab Wagenrennen und Pferderennen, Spiele, Tanz und Gesang.
08. September
Fest der Geburt der Mutter.
23. September
- Mabon -
Herbsttagundnachtgleiche, ein Erntedankfest der Hexen, eine Feier der Ernte.
27. September
Tag der Weiden, eine Feuer- und Wasserzeremonie.
24. Oktober
Fest zu Ehren der Geistwesen der Luft.
26. Oktober
Fest zu Ehren Hathors, der ägyptischen Göttin der Produktivität. Diese Feier findet an Vollmond statt.
31. Oktober
- Hallowmas -
Neujahrsfeier der Hexen, Feier zu Ehren der Heiligen Alten, des zerstörerischen Aspektes der Göttin, der für zukünftiges Leben nötig ist.
01. November
- Samhain -
Samhain ist das keltische Totenfest, das seine Entsprechung im christlichen Allerheiligen findet. Nach altem Brauch werden Feuer angezündet, furchteinflößende Kostüme getragen und das Feuer angerufen.
16. November
- Hekate -
Fest zu Ehren der Göttinnen der Wegkreuzungen.
13. Dezember
Fest zu Ehren Belisamas, der Göttin des Lichts.
15. Dezember
- Consualia -
Fest des Säens.
19. Dezember
- Opalia -
Festival zu Ehren der Göttin Sabine, Göttin der Kreativität und Fruchtbarkeit der Erde.
21. Dezember
- Yule -
Wintersonnenwende, Geburt der Sonnengöttin Lucina.
23. Dezember
Tag der Befreiung, Tag der Göttlichen Kinder oder Tag des Narren.
 
26.1.07 23:28


Krötenschleim und Spinnenbein
kommen gleich zu Anfang rein.
Fledermaus und Lebertran
werden dann hinzugetan.
Eine Stunde linksrum rühren,
dabei das Feuer kräftig schüren.
Tollkirschsaft und Drachenblut -
Du wirst sehn, das schmeckt Dir gut !

 

 

 

26.1.07 23:26


Der Thymus



Der Begriff "Thymus" kommt aus dem griechischen Wort thymos, was soviel wie Lebenskraft bedeutet. Mit einer einfachen Technik kann man die eigene, innere Lebenskraft effektiv steigern. Sie läßt sich auch gut mit Reiki verbinden.

Die Thymusdrüse befindet sich in der Mitte der Brust, hinter dem oberen Teil des Brustbeines. Die Thymusdrüse ist das wichtigste Organ zur Aufrecherhaltung unsere Immunsystems (Abwehrsystems), weshalb sie auch einen zunehmend wichtigen Faktor in der Krebstherapie und -prophylaxe darstellt.

Bei 95 % der Menschen ist der Thymus geschwächt. Man kann aber den geschwächten Thymus innerhalb weniger Sekunden mittels einer einfachen Methode stärken.

Sie besteht darin, den Thymus innerhalb von wenigen Sekunden mittels einer einfachen Handbewegung 10 bis 20 Mal leicht zu klopfen. Dieses Klopfen kann mit den Fingerspitzen oder mit der lockeren Faust in einem angenehmen Rhythmus erfolgen. (NIE Reiben!!!)

Wenn man regelmäßig morgensden Thymus stärkt - und ruhig auch nich einige Male am Tag - wird man sich schon nach kurzer Zeit erheblich kraftvoller fühlen. Was sich hier nun nach wenig anhört, hat eine weitreichende positive Wirkung. Probiere es doch einfach mal aus...

26.1.07 23:25


Kräuter


Kräuter spielen in der Magie eine grosse Rolle, da sie meist als Opfergaben in einem Ritual verbrannt werden. Nebst dieser Verwendung unterstreichen sie ein Ritual im aromatechnischen Sinne.

Bei Kräuterzaubern im allgemeinen folgt man den magischen Analogien zwischen den Göttern, Planeten und den korrespondierenden Kräutern: z.B. für ein Liebescharm oder Liebesritual, das der Göttinen Venus und Freya und den Göttern Eros, Amor und Adonis geweiht ist, nimmt man (am besten im Frühling) an einem Freitag (Tag der Freya oder Venus) als Blumen: Rosen und Veilchen, als Kräuter: Jasmin, Rose, Vanille, Pfefferminze und Waldmeister.

Der große Einfluss der Kräuter in Ritualen, ist wohl auf die keltische Vorstellung zurückzuführen, dass jede Pflanze einem Gott geweiht ist. Bei einem Ritualzauber wirken sie unterstützend auf den Wunsch, den man äußert.

Der Verwendung von Kräutern in Ritualen sind keine Grenzen gesetzt. Sie können frisch als Altarschmuck oder getrocknet zur Räucherung und Reinigung eingesetzt werden, oder man kann daraus Tees machen, die man bei dem entsprechenden Ritual trinkt und ebenso den Göttern opfert.

Generell geht man davon aus, dass selbstgezogene Kräuter und Blumen eine grössere magische Kraft haben als gekaufte und schon getrocknete. Dazu braucht man aber mindestens eine Blütensaison der Vorbereitung, ganz abgesehen vom Platz, der vielleicht nicht immer zur Verfügung steht, sei es zum Wachsen oder Trocknen der Pflanzen. Da man aber erst nach und nach merkt welche Kräuter man braucht, kann man auch die gängigen getrockneten Formen in der Drogerie oder im Supermarkt kaufen. Um die persönlich Beziehung zu den Kräutern herzustellen, kann man sie auch vor gebraucht oder während der Verarbeitung im Mörser mit seiner eigenen Energie laden.

Bei der Auswahl kann man aber auch persönliche Vorzüge spielen lassen. Ich persönlich brauche in beinahe jedem Ritual Rosmarin (auch wenn er nicht genau der Analogie des Rituales entspricht), da er meine liebste Pflanze ist und zugleich das Attribut meines geistigen Führers.

Für den Gebrauch der Kräuter in der Räucherung eines Rituals, sollte man die Kräuter in einem Mörser mischen und zu Pulver verarbeiten. Solche Mischungen kann man auch auf Vorrat machen und in einfachen Einmachgläsern mit Aromaverschluss lagern.

N.B. Die Kräuter können auch teilweise durch dieselben Aromaöle ersetzt werden. Zur Räucherung einfach eine Analogiepflanze als Aromaöl beigeben und im Mörser oder anderem feuerfesten Gefäss anzünden.

26.1.07 23:21


Aromatherapie

Ursprünge der Pflanzenheilkunde

Die Ägypter destillierten als erste Pflanzen, um daraus ätherische Öle zu gewinnen. Diese wurden zu Heilzwecken, bei religiösen Zeremonien, zur Körper- und Gesichtspflege sowie als Parfums verwendet.

Bestandteile der ätherischen Öle

Ätherische Öle sind flüchtige, wohlriechende, rein pflanzliche Essenzen, die aus verschiedenen Pflanzenteilen - Blüten, Wurzeln, Schalen, Stengeln, Samen, Pflanzensaft, Nüssen, Blättern oder Rinde - gewonnen werden. Man sollte stets nur Öle aus zuverlässiger Quelle beziehen wie zum Beispiel Naturkostläden, Reformhäuser oder Drogerien. Am besten eigenen sich 100%-ige ätherische Öle.

Anwendungsbereiche ätherischer Öle

Ätherische Öle stimulieren den Geruchssinn, heben die Stimmung und wirken sich positiv auf unser Verhalten und unser geistiges und körperliches Wohlbefinden aus. Daher biten sie sich auch für vielerlei Dinge an. Man kann aus ihnen zum Beispiel Badezusätze, Massageöle, Raumluftverbesserer, Insektenschutzmittel und Haushaltsmittelzusätze herstellen. Ebenso eignen sie sich für kosmetische Behandlungen. Bevor jedoch mit ätherischen Ölen gearbeitet wird, sollte man sich die Grundregeln und Sicherheitshinweise durchlesen.

Grundregeln

Wenn die nachstehenden Grunregeln beachtet werden, kann eigentlich nichts schiefgehen:
  • Am besten ein Buch für die richtigen Dosierungen besorgen.
  • Ätherische Öle sind hochkonzentriert. Immer nur tropfenweise verwenden.
  • Nie mehr als angegeben verwenden. Bei Überdosierung sind manche Öle giftig.
  • Ätherische Öle nie pur auf die Haut auftragen. (siehe auch -> Sicherheitshinweise)
  • Öle niemals einnehmen.
  • Äterische Öle nur zur Behandlung leichterer Beschwerden verwenden.
    Bei anhaltenden Symptomen einen Arzt aufsuchen.
  • Ist ein Spritzer Öl ins Auge gelangt, mit einigen Tropfen reinem Mandelöl
    (nie mit Wasser) auswaschen. Arzt aufsuchen!
  • Öle stets ausser Reichweite vn Kindern aufbewahren.
  • Nach einer Massage möglichst 24 (zumindest 12) Stunden nicht baden oder duschen. Erst dann hat die Haut das Öl vollständig aufgenommen.
  • Bei Massagen Ölmischung nie direkt aus der Glasflasche giessen, da diese aus der öligen Hand gleiten und zerbrechen könnte. Besser in eine Schale geben und Hände eintauchen.
 

Sicherheitshinweise

Ätherische Öle nie pur verwenden

Außer wenn ausdrücklich angegeben, sind ätherische Öle stets mit Wasser oder einem Basisöl zu mischen.

Während der Schwangerschaft

Schwangere sollten vor der Arbeit mit ätherischen Ölen ihren Arzt konsultieren. Folgende Öle meiden:

  • Basilikum
  • Engelwurz
  • Estragon
  • Fenchel
  • Kampfer
  • Lorbeer
  • Majoran
  • Myrrhe
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Schafgarbe
  • Thymian
  • Wacholder
  • Zedernholz
  • Zitronell

Unter Lichteinfluss toxische Öle

Manche Öle können, vor allem unter Sonneneinfluß, zu Hautreizungen führen. Immer nur halb so stark wie andere Öle dosieren (bei Zitrone nur ein Drittel!) und mindestens sechs Stunden nach der Anwendung Sonne meiden:
  • Bergamotte
  • Engelwurz
  • Ingwer
  • Limone
  • Mandarine
  • Orange
  • Zitrone
  • Zitronell
  • (auch Basilikum und Lorbeer können die Haut reizen)


Auswahl

Für Anfänger ist es nicht leicht, aus dem riesigen Angebot von Ölen die richtige Auswahl zu treffen. Es geht nicht nur darum, den passenden Duft zu finden - für Massagen, Inhalationen und Kosmetik braucht man die richtige Essenz. Am Besten man stellt sich eine Liste mit den zehn Ölen zusammen, die einem persönlich am nützlichsten erscheinen, und wählt daraus im Geschäft diejenigen aus, die einem am meisten zusagen.

26.1.07 23:18


Die drei Gattungen Wassergeister, Zwerge und Kobolde gehören in der deutschen Sage zu jener Unterabteilung des großen dämonischen Reiches, die wir albische, alfische oder elbische Wesen, Alben oder Elfen nennen. Dabei soll gleich betont werden, daß unser moderner deutscher Ausdruck Elfen den Begriff der albischen Wesen nicht deckt. Der Ausdruck ist im 18. Jahrhundert durch Wieland aus dem Englischen nach Deutschland gebracht worden und bedeutet eigentlich nur Luftgeist, während es im Englischen noch richtig für Elfe, Zwerg und Kobold verwendet wird. Die nordische Wurzel ist Alf, die mittelhochdeutsche Alp. Dieses Wort wird heute nur noch mehr für den sogenannten Druckgeist verwendet, daher der Name Alpdruck, der nicht, wie manche Leute meinen, vom Gebirge, den Alpen, herkommt. Richtig müssen wir also von Zwergen und Kobolden und Wassergeistern sprechen als von elfischen Wesen und im einzelnen den Elf von der Elfe unterscheiden. Oberon ist ein Elf, ebenso wie der Zwerg Alberich im Ring der Nibelungen; Undine in der Lortzingschen Oper ist eine Elfe, ebenso wie Kühleborn ein Elf ist.

Der Erlkönig aber - weit bekannt aus Goethes Ballade - ist gar nicht als ein Verwechslung Herders. Herder hatte bei der Übersetzung aus dem Dänischen den Ausdruck Ellerkonge, was soviel heißt wie Elfenkönig, mit Erlkönig übersetzt, weil er meinte, das hänge mit dem niederdeutschen Eller - Erle zusammen, es hängt aber mit elver, das ist Elfe zusammen.
In Gnorris Edda finden wir eine gute Einteilung der Elfen in Lichtelfen und Dunkelheitselfen. Der lichterfüllte Gott Freyr wohnt in Alfheimer, bei den Lichtelfen also. Loki ist auch ein Lichtelf. In den nordischen Sagas treffen wir gelegentlich auf Elfenopfer, ähnlich den Opfern der alten Juden an die Felddämonen. Noch heute bringt das Volk Blumen und Speiseopfer oft in ganz versteckten Formen an. Man nennt in Schweden Steine, die viele kleine runde Vertiefungen haben, Elfenmühlen. Das Volk legt noch manchmal kleine Opfergaben in die Vertiefungen. Aber der Gebrauch ist doch erst in relativ später Zeit entstanden. Diese Steine, sogenannte Näpfchensteine waren ursprünglich sicher keine Opfersteine, sondern Kalendersteine. Die Näpfchen sind Sonnensymbole, und gelegentlich finden sich auch nordische Jahreshieroglyphen auf ihnen.

Die elfischen Wesen gehen zurück bis in die nordische Mythologie. Das hindert aber nicht daran, daß einzelne Gruppen von ihnen andere Herkommen aufweisen oder daß sich die ursprüngliche Bedeutung im Laufe der Zeit sehr geändert hat.
Schon bei den Zwergen, um im einzelnen nun mit diesen zu beginnen, ist nicht eine mythologische Herkunft nachweisbar, sondern auch eine ethnographische zum mindesten möglich. Es ist denkbar, daß die hochgewachsene nordische Rasse bei der ersten Besiedelung germanischen Gebietes auf Volksstämme sehr kleinen Wuchses stieß, die aber sehr geschickt in der Metallverarbeitung waren und die sich, vor den Siegern zurückweichend, in wilde Schluchten und Bergtälern flüchteten, wo sie noch lange Zeit hausten. Es kann die Sage von den Zwergen durch sie im einzelnen entstanden sein oder aber auch die mitgebrachte Mythologie von den Zwergen durch diese praktische Erfahrung verstärkt oder umgewandelt worden sein.

Der Zwerg ist in der deutschen Sage und im Volksglauben außerordentlich verbreitet. In allen germanischen Sprachen kommt das Wort Zwerg vor. Im Nordischen behalten die Zwerge ihr elfisches Wesen mehr bei als im südlichen Germanien, wo sie durch die ritterliche Dichtung dem Leben der Erdenmenschen im Wesen und selbst in der sozialen Gliederung ähnlicher gemacht wurden. Es ist ganz interessant, daß sie im ältesten deutschen Ritterroman, dem "Rodlieb" eines Tegernseer Mönches um das Jahr 1030, vorkommen. Im Norden sind sie in viel älteren Gesängen schon gewissermaßen literarisch eingeführt. Stets sind sie der Metallverarbeitung und -bearbeitung besonders kundig. Inwieweit das auf die keltische Kunst der La-Tene-Zeit zurückgeht oder von dieser beeinflußt wurde, wage ich nicht zu entscheiden. In der nordischen Mythologie sind alle Kunstwerke, so Odins Speer, Thors Hammer, Freyrs Eber, dann auch Ringe und Schiffe, ja selbst die golfblonden Haare einer Göttin von ihnen gefertigt.

Sie sind vor den Menschen gewesen. Eine ästhetisch nicht gerade sehr ansprechende Version der Edda gibt an, daß sie aus den Maden sich entwickelt hätten, die sich nach der Tötung des Urriesen Ymir in dessen Fleisch vorgefunden hätten. Man hat Anhaltspunkte, daß gewisse Zwergentypen auf astrale Motive zurückgehen, so etwa König Laurin in Tirol, dessen Rosengarten wohl die Abendsonne ist, während der den Garten zerstörende Wittisch die Mittagssonne mit ihrem weißen Glanz bedeuten kann. Auch die astralen Gegensätze von Sonne und Mond sind in Zwergengeschichten vielleicht da und dort deutbar. Doch wollen wir damit hier keine Zeit verlieren.

Die Zwerge haben unendlich viele Bezeichnungen in den deutschen Sagen bekommen. Ich nenne nur einige wenige, so etwa Erdmännchen, Erdschmiedlein, Erdwichtel, Wichtelmännchen, Erdbiberli (in der Schweiz), Bergmännchen, Schrazeln, und allgemein, die Unterirdischen. Thor ist der Beschützer der Zwerge. Eine prachtvolle romantische deutsche Oper, Hans Heiling von Marschner, zeigt die Tragik eines unterirdischen Alfs, der die Menschen kennen lernen will und nur Trug und Gemeinheit auf der Erde findet. An Gestalt sind sie klein, meist dickköpfig, so daß sie da und dort geradewegs Dickköpfe genannt werden. Die Männer tragen lange graue Bärte, die manchen Ausleger dazu veranlaßten, im dicken Kopf den Stern und im Barte die Sternstrahlen zu vermuten. Ihr elfisches Wesen zeigen sie ganz korrekt der Sagenlogik dadurch an, daß ihr im übrigen dem Menschen gleicher Körper einige Unregelmäßigkeiten aufweist. So haben sie oft Gänsefüße. Sie lassen diesen Mangel, wie immer üblich in der Sage, nicht gerne sehen, sondern bedecken ihn mit einen langen Mantel. In der Oberpfalz haben sie Kinderfüße, aber das genügt nicht um sie elfisch auszuweisen, daher fehlt diesen Kinderfüßen ein Zeh. Auf dem Kopf tragen sie eine meist rote, oft auch grüne Kappe, die Nebelkappe oder Tarnkappe, mit der sie sich unsichtbar machen können. Sie wohnen unter der Erde, und die menschliche Phantasie hat in Ausschmückung dessen, was die Menschen schon früh namentlich in Salzbergwerken an glitzernen Kristallen sehen konnten, die Zwergenpaläste mit wunderbarer Pracht ausgestattet. Sie sind mit allerlei Geistesgaben und Sinnesfeinheiten ausgestattet, die den Menschen fehlen. Da sie vor den Menschen da waren, so sind sie nicht gerade erfreut, daß die Menschen durch Abholzung des Waldes und durch den Lärm ihrer Arbeit sie allmählich vertreiben. Aber trotzdem sind sie im allgemeinen gutmütig und stets hilfreich, wenn sie gut behandelt werden. Sie werden nur böse und dann auch gefährlich, wenn sie verspottet werden und Undank ernten. Sie selbst bezahlen jeden Dienst und halten ihr Wort. Ihre großen Schätze bewachen sie mit Eifersucht, und nach den schönen Menschenmädchen geht ihre ganze Liebe. Sie haben die Musik gerne und den Tanz und erscheinen oft bei den Festen der Menschen. Sie essen kein Fleisch außer das der Fische und trinken sehr gerne Milch. Sie reden ein eigene, den Menschen unverständliche Sprache. Man sieht sie meist nachts und am Tage nur um die Mittagsstunde. Sie haben eine Religion, die aber nicht christlich ist, doch hat die spätere Sage auch christliche Zwerge erfunden. Sie rauben gerne Kinder der Menschen und legen gern Wechselbälge in die Wiegen der darob entsetzten Mütter. Diese Wechselbälge sind wasserköpfige Kinder, Kretins usw., deren Herkunft sich der Volksglaube auf diese Weise erklärte.

Die Zwerge haben auch die spätere Sagenbildung und die Märchenbildung bis in die moderne Zeit befruchtet.
Ganz interessant ist die Herkunft der Erdmännchen. Die Erdmännchen sind, sagen wir einmal, sagentechnisch aus den Zwergen geworden. Ihr Name kommt erst in dem Märchen von Brandt (1457 bis 1521) von dem Krieg der Erdmännlein und der Kraniche vor. Von hier aus treten sie dann in der deutschen Dichtung häufig auf. In Berggegenden verwandeln sich die altgermanischen Zwerge in kleine Berggeister und Bergmännlein. Namentlich in den Bergwerken selbst spielen sie eine große Rolle. Sie tragen Bergmannstracht und erweisen sich frommen und guten Bergleuten als Freunde. Allerdings gehen sie in den Sagen ganz in das Dämonische über und verlieren ihre den Zwergen stets bis zu einem gewissen Grade anhaftende Menschlichkeit. In Bergländern, so auch in der Schweiz, tritt eine weitere Variation der Zwerge in den Almgeisterleein auf. Es sind sehr liebe Geistehrchen, die verstiegene Kühe retten und sich stets hilfreich benehmen. Die von der Alm abziehenden Sennen lassen etwas Mundvorrat und Heu für die Almgeisterleein im Winter zurück. Doch ist der Brauch seit einiger Zeit nicht mehr in Übung. Alle diese Berggeisterleine sind wohl aus einer Synthese von Bergdämon und Zwerg entstanden.

Hierher gehört auch das Venedigermännchen, eine beliebte Sagenfigur. Im Mittelalter standen die Venitianer im Rufe der Zauberkunst, wahrscheinlich wegen ihres Glases. Aber vielleicht ist eine Mischung der Worte da am Werke gewesen und ein Zweig ihrer sprachlichen Herkunft stammt von den alten deutschen Fennesleuten.
Sehr häufig treten die Zwerge auch als kleine freundliche Hausgeister auf. dann sind sie Heinzelmännchen oder Herdmännchen genannt.

Als Wasserzwerge gehen sie dann über in den Begriff der Wasserelfen oder Nixen. Sie verlieren hier zumeist ihre kleine Gestalt. Es gibt männliche und weibliche Nixen. Der Nix ist meist ein alter Herr, mit grünem Bart, grünen Zähnen, grünen Haaren und grünem Hut. Er wohnt in Flüssen und Bächen, aber auch in alten Brunnen. Eine sehr schöne Verkörperung des Nix hat uns Gerhart Hauptmann in seiner versunkenen Glocke gegeben, gleichzeitig ein Beispiel der unglücklichen Liebe der Wassergeister zu den Menschen. Wie der Nix versucht, das schöne Menschenmädchen zu sich zu locken, um sie im Kristallpalast unten am Boden des Wassers zur Königen zu machen, so verrucht die Nixe den schönen Hirten zu sich zu locken. Die Stimme der Nixen beiderlei Geschlechtes ist schön und verlockend. Ich erinnere sie an die herrliche Ballade von Nöck, die Karl Löwe mit großem Verständnis für das Elfische der ganzen Situation komponiert hat.

Die männlichen Nixen erscheinen zumeist um die Hochmittagsstunde. Meist steigen sie nur, wie die weiblichen Nixen auch, bis zum halben Leibe aus dem Wasser. Denn mit ihrem Körper ist das nicht ganz in Ordnung. Die schönste und entzückendste Nixe hat statt der Beine einen Fischschwanz und sie zeigt diesen elfischen Mangel im Körperlichen nicht gerne. Aber gelegentlich erscheinen die Nixen doch auf dem Lande und sehen dann wie andere Menschen aus. Doch tröpfelt stets etwas Wasser aus irgend einem Teilchen ihres Gewandes. Die weiblichen Nixen sind in der Regel friedfertiger als männlichen. Sie sitzen oft an der Sonne und trocknen ihre langen Haare. Man wird da sofort an die Loreley denken. Aber ich muss meinen Lesern eine Enttäuschung bereiten. Die Loreley gehört der deutschen Sage nicht an. Der Loreley- oder, besser gesagt, Lurleifelsen ist zwar schon in der frühmittelalterlichen Sage der Aufenthaltsort von Geistern, und der deutsche Dichter Konrad Marner erzählt schon im 13. Jahrhundert, daß hier der Schatz des Nibelungen ruht, aber die Lurlei als Person hat erst Brentano in einer Ballade 1801 zum erstenmale angedeutet, ein reines Phantasiebild von ihm: "In Bacharach am Rheine wohnt eine Zauberin", heißt es in dem Gedichte. Diese Zauberin stürzte sich - sie sollte Nonne werden - von dem Felsen in den Strom. Später hat sie Brentano zur Nixe umgewandelt und erst Heine hat sie 1823 in der Form uns geschenkt, in der sie heute ein sagenhaftes Alter vortäuscht, ohne es zu besitzen.

Auch die Nixen lieben Gesang, Tanz und Musik sehr. Oft erscheinen sie zu dritt bei ländlichen Hochzeiten. Wenn sie sich da im Liebesgetändel mit den Burschen verspäten, so empfängt sie fürchterliche Strafe des regierenden Nix, der sie tötet. Ihre Klagen werden weit am Ufer hin gehört.
Gelegentlich hat die Nixe auch Böses im Sinn. Sie verlockt Kinder oder sie verlangt als Beherrschern des Wassers ein Menschenopfer jedes Jahr.
Die Neigung der elbischen Wesen zum Menschengeschlecht ist typisch und sie beruht wohl darin, das diese elbischen Wesen einer gewissen Ergänzung durch das Menschengeschlecht bedürfen. Sie sind zwar relativ unsterblich - unterscheiden sich sehr wohl von den sterblichen Menschen - brauchen diese aber sehr häufig, um ihr Geschlecht fortzusetzen. Wenn das auch nicht strikte Regel ist, so ist es doch wie gesagt häufig.
Und auch das deutet wieder darauf hin, daß sie zum Teil wohl aus dem Zusammenstoß der nordischen Rasse mit irgend einer kleinen Rasse Europas einen Teil ihres Ursprungs haben. Elbische Wesen treten auch oft in Tierform, namentlich in Märchen auf.

(siehe auch bei Märchen)

Die letzte Art - in der ganz groben Einteilung, die wir hier machen - sind die Kobolde. Sie sind auch zum Teil aus dem Zwergen entstanden, zum Teil aber auch aus dämonischen Vorstellungen. Sie sind den Zwergen sehr ähnlich, aber im Wesen doch nicht dasselbe. Der Kobold ist ein reiner Dämon in der gestalt des Zwerges. Der Zwerg aber ist ein winziger Mensch mit einzelnen dämonischen Eigenschaften. Wichtelmännchen, Heinzelmännchen stehen an der Grenze zwischen Kobolden und Zwerge. Sie sind, je nachdem ihnen die Einstellung dämonischer oder menschliche Züge in höherem Maße verleiht, eines von beiden.
Die Kobolde sind nur männlich. Weibliche Koboldfiguren gehören nur der Dichtung, nicht der Sage an. Sie haben die Charaktereigenschaften der Zwerge mit erhöhter Luft am Schabernack. Sie treten als Poltergeister und Rumpelgeister ganz in das dämonische Gebiet über. Ganz abwegig und irrig ist ihre Behandlung in der Vogtländischen Volkssage, wo sie durch irgendwelchen Grund aus altheidnischen Hausgeistern zu Seelen gestorbener ungetaufter Kinder werden. Alle diese elbischen Wesen haben ihre Natur nach mit Christlichem gar nichts zu tun. Es ist ganz charakteristisch, daß es oft von ihnen heißt, sie können den Namen Christi nicht aussprechen. Sie werden durch Glockengeläute verscheucht und verirren sich nie in eine Kirche. Wo sie mit christlichen Dingen zu tun haben, handelt es sich stets um eine spätere märchenartige Veränderung ihres eigentlichen Wesens.

Ein gottbegnadeter Deuter und Dichter der Gegenwart, Schmid-Noerr, hat in einem prachtvollen, von Sagen durchwobenen Roman, "Frau Perchtas Auszug", ganz richtig geschildert, wie diese elbischen Wesen im Gefolge der alten Götter das Land verlassen, ein trauriger Zug, und wie nur die Erinnerung an sie uns verblieben ist.
Wir haben noch einige Ausdrücke, die mit den Kobolden der Sage zusammenhängen. Wenn es im Norddeutschen heißt "Koboldzen" oder "Kobold schießen", so hängt das mit den luftigen Bewegungen der Kobolde zusammen. Es ist das gleiche, was die Süddeutschen Purzelbaumschlagen nennen. Auch dieses Wort kommt von den Kobolden, die gelegentlich den Namen Purzel haben.
Das ganze Reich der elbischen Wesen bevölkert unsere Märchen. Der Däumling und die sieben Zwerge, die Heinzelmännchen und alle die kleinen Kerle, die dem Kinde im Walde begegnen, ja bis zu den lebendig werdenden Schwammrelingen, alle sind Zwergen, und alles was im Märchen über sie, ihre eigenen Schicksale und ihren Verkehr mit guten oder bösen Menschen erzählt wird, geht in irgend einer Weise und wenn es auch nur mit einem zartesten Würzelchen geschieht, weit, weit zurück bis in die allbeseelte Natur unserer ganz alten Ahnen, bis in jene Zeit, wo der alte Gott Thor, der fulltrui der Menschen, auch der Beschützer des Zwergenvolkes war.

Man soll daher Achtung vor den Sagen haben, und wenn man etwa selbst Märchen schreibt, soll man sich davor hüten, einen Unsinn phantastischer Natur zusammenzubrauen, wie das besonders in moderner Zeit soviel geschieht. Man soll Märchen, die im Gebiete der Sage sich bewegen, nur schreiben, wenn man die Sage selbst beherrscht. Und nicht glauben, daß das Unsinnig-Phantastische allein schon ein Märchen ist.

 

 

26.1.07 23:13


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